Lebensmittelspende

„Zu gut für die Tonne“: Aktion der Tafeln gestartet

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Mit der Aktion "Zu gut für die Tonne" startete die Tafel-Tour zur Rettung von Lebensmitteln mit kleinen Macken.

Bremerhaven - Gemüse, das im Supermarkt keiner mehr kaufen möchte, Erbsen und Würstchen aus Spenden - für die Suppen der Tafel in Bremerhaven sind das genau die richtigen Zutaten. Denn sie startete die bundesweite Aktion „Zu gut für die Tonne“.

Mit heißer Suppe aus aussortiertem Gemüse hat die Tafel in Bremerhaven eine bundesweite Aktion gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln gestartet. „Es sieht hier wunderbar aus, in allen Ecken sitzen Menschen und essen“, sagte am Samstag der Leiter der Bremerhavener Tafel, Manfred Jabs.

Auf der Karte standen 250 Portionen des „Beste-Reste-Menüs à la zu gut für die Tonne“. Kochrezepte wurden verteilt, mit denen übrig gebliebene Lebensmittel schmackhaft verwertet werden können. Bremerhaven ist der erste Schauplatz einer Aktion, bei der die Tafeln mit Unterstützung des Verbraucherministeriums bundesweit dafür werben, keine Lebensmittel zu verschwenden.

„Wir sind der Pilot der ganzen Veranstaltungsreihe“, sagte Jabs. Die Tafeln planen Aktionen im nächsten Jahr in Essen, Konstanz und Augsburg. Die „Slow-Food-Bewegung“ organisiere ähnliche Veranstaltungen zum Beispiel in Hamburg und Berlin, sagte er. „Wir hoffen, dass man uns als Tafeln in der Öffentlichkeit registriert.“ In Bremerhaven sei die Unterstützung gut. „Das sieht man, wenn wir die Kaufleute und Bäckereien anfahren.“

Es gebe immer wieder schöne neue Begegnungen, berichtete Jabs. „Gestern rief eine alte Dame an, ihr Nachbar hätte ihr zwei Kisten Äpfel gepflückt, die sie nicht mehr verarbeiten könne, ob wir die haben wollen. Solche Sachen machen natürlich Spaß und helfen uns.“

Allein die Tafel in Bremerhaven sammelt und verteilt mit 45 freiwilligen Helfern jede Woche fünf bis sechs Tonnen Lebensmittel. Etwa 2500 Menschen in der Stadt an der Wesermündung, in der 113.000 Einwohner leben, werden regelmäßig von den Tafeln versorgt.

dpa

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