Trauriger Höhepunkt der Zerstörung

Tornados töten mindestens 18 Menschen in den USA

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Foto: Geschockt blicken Anwohner in Mayflower, Arkansas, auf das Ausmaß der Zerstörung.

Little Rock - Für die USA ist es die bislang schlimmste Wirbelsturm-Serie in diesem Jahr. Mindestens 30 Tornados wüteten im Mittleren Westen und Süden. Und Meteorologen warnen vor neuen Unwettern.

Mindestens 18 Menschen sind bei Wirbelstürmen im Mittleren Westen und Süden der USA nach Medienberichten getötet worden. Hilfskräfte suchten am Montag nach weiteren Opfern in den Trümmern. Am Sonntag wüteten mehr als 30 Tornados in zahlreichen Bundesstaaten, wie die TV-Sender CNN und NBC meldeten. Meteorologen warnten vor weiteren Stürmen, die in den kommenden Tagen vor allem über den Südosten hinwegziehen könnten. Mehr als zehn Millionen Menschen lebten in der gefährdeten Region.

Der Amateur-Tornadojäger Scott Fernandez beobachtete, wie einer der zerstörerischen Wirbelstürme die Stadt Baxter Springs im US-Staat Kansas erreichte: Die Hauptstraße sei übersät von Trümmern gewesen, erzählte er der „LA Times“. Ein Einfamilienhaus sei von einem umstürzenden Baum zerstört worden. „Die Mutter, die fünf Kinder, der Hund - sie waren alle im Wohnzimmer, als die Sirenen losgingen und dann fiel der Baum auf ihr Haus. Es ist ein Wunder, dass sie das überlebt haben.“ Ein Mädchen sei verletzt worden.

Die schlimmsten Verwüstungen hinterließ das Unwetter in Arkansas, wo allein 16 Menschen gestorben seien. Ein Wirbelsturm war bei Little Rock über die Interstate 40, eine Hauptverkehrsader des Bundesstaats, hinweggefegt, als noch Autos und Lastwagen auf der Straße waren, berichtete die „LA Times“ weiter. Er zerstörte Teile der Städte Vilonia und Mayflower auf einer Schneise von rund 50 Kilometern Länge.

„Es ist sehr, sehr schlimm“, funkte ein Helfer über einen Notfallkanal, als er die Straße entlangfuhr. Es seien überall umgeworfene und zerstörte Fahrzeuge zu sehen. „Hier herrscht Chaos“, sagte auch James Firestone, Bürgermeister der Stadt Vilonia, dem Sender CNN. „Häuser sind nur noch Trümmerhaufen.“ Das Ausmaß der Zerstörung sei so groß, dass er nicht einmal das Stadtzentrum erreichen könne.

Im Bundesstaat Kansas rief Gouverneur Sam Brownback den Notstand aus. In Oklahoma kam in Quapaw ein Mann ums Leben, berichtete der Lokalsender KTUL unter Berufung auf die örtliche Feuerwehr. Auch in Iowa soll ein Mensch getötet worden sein. Aus den Bundesstaaten Nebraska, Illinois, Missouri und Mississippi wurden ebenfalls Tornados gemeldet.

Der Wetterdienst warnte vor weiteren Wirbelstürmen, die in den nächsten Tagen über den Mittleren Westen bis an die Atlantikküste der USA ziehen sollen. "Das schlimmste ist noch nicht vorüber", sagte Kevin Roth, Meteorologe des Weather Channels.

dpa

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