In Schleswig-Holstein

150 tote Seehunde an der Nordseeküste

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Husum - Dutzende schwer kranke oder tote Seehunde werden derzeit an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste angeschwemmt. Tierschützer befürchten ein Massensterben im Wattenmeer – wie schon 1998.

"Seit Ende vergangener Woche waren es auf Helgoland und Amrum täglich jeweils fünf bis zehn Tiere, auf Sylt bis zu 16", sagte am Montag Hendrik Brunckhorst vom Nationalparkamt in Husum. Viele der Tiere seien bereits mehrere Jahre alt gewesen. Insgesamt seien es bis Dienstag 150 tote Tiere gewesen.

In Büsum untersuchen Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover, ob Staupe- oder Influenzaviren eine Rolle spielen. Letztere seien für die dänische Ostseeinsel Anholt nachgewiesen worden,wo seit August rund 200 von insgesamt 1500 dort lebenden Seehunden tot entdeckt worden waren. Erste Ergebnisse sollen im Laufe der Woche vorliegen.

In Niedersachsen gibt es derzeit keine Anzeichen für ein neues Massensterben von Seehunden. Die Zahl der tot entdeckten Tiere liege im normalen Bereich, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg am Dienstag.

In der Vergangenheit hatten Tierschützer bei zwei Ausbrüchen der Seehundstaupe ein Massensterben der Meeressäuger an den Küsten von Nord- und Ostsee beobachtet. 1988 verendeten rund 18.000 Tiere, 2002 wurden rund 21.700 tote Tiere gezählt. Das Virus verbreitet sich an den Liegeplätzen der Seehunde. Bei einem Ausbruch wird das Immunsystemgeschwächt. Überlebende Tiere bilden Antikörper und sind danach für eine Zeit immun gegen die Seuche. Die Abwehrkräfte lassen jedoch mit jedem Jahr nach.

Das Virus verbreitet sich an den Liegeplätzen der Seehunde. Bei einem Ausbruch wird das Immunsystemgeschwächt. Überlebende Tiere bilden Antikörper und sind danach für einige Zeit immun gegen die Seuche. Die Abwehrkräfte lassen jedoch mit jedem Jahr nach.

dpa

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