Bundesstaat Nebraska

Tote und Verletzte nach Tornado in den USA

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Foto: Ein Bild der Zerstörung: Der Zwillings-Tornado verwüstet den US-Bundesstaat Nebraska.

Omaha - Hunderte Tornados suchen jedes Jahr den Mittleren Westen der USA heim. Es gibt immer wieder Tote und Verletzte. In Nebraska sorgte nun ein Zwillings-Sturm gleich für doppelten Schrecken.

Bei einem seltenen Zwillings-Tornado im US-Bundesstaat Nebraska sind mindestens zwei Menschen getötet worden, darunter ein fünf Jahre altes Kind. Mindestens 16 weitere Menschen wurden bei den Wirbelstürmen schwer verletzt, sagte die Sprecherin des Krankenhauses Faith Regional Health Services im Ort Norfolk.

Das zweite Opfer starb laut Polizei bei einem vermutlich wetterbedingten Verkehrsunfall. Die zwei Tornados hatten sich in der Nacht auf Dienstag teilweise nah beieinander durch die Landschaft bewegt und den kleinen Ort Pilger stark verwüstet, wie auf Bildern des TV-Senders CNN zu sehen war.

Dort schob sich das Auge eines gewaltigen, dunkelgrauen Tornados über den Highway 275 und umliegende Felder - nicht weit davon zog ein zweiter Tornado über das Land. Die parallel laufenden Wirbelstürme erreichten laut CNN Geschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde. Zeitweise waren sie nur knapp zwei Kilometer voneinander entfernt, berichtete die "Washington Post".

Fast drei Viertel des Ortes Pilger seien zerstört worden, hieß es nach Polizeiangaben. Die Zahl der Opfer könne noch steigen. "Es sieht hier wie in einer Kriegszone aus", sagte der örtliche Katastrophenschutzmanager Sanford Goshorn CNN. Das Geschäftsviertel, eine Feuerwache und 40 bis 50 Häuser seien in Trümmer gelegt worden.

Die Sprecherin des Krankenhauses in Pilger sagte: "Wir sind für alle Fälle vorbereitet." Der regionale Katastrophenschutz sprach von schweren Schäden in mehreren Orten. Betroffen waren neben Pilger auch die Orte Wisner, Stanton and Pender, die rund 60 Kilometer voneinander entfernt sind und etwa anderthalb Autostunden nordwestlich der Stadt Omaha liegen.

Sogenannte Storm Chasers ("Sturmjäger"), die Unwetter verfolgen, fotografieren und filmen, machten sich in Spezialfahrzeugen auf die waghalsige Jagd nach den tödlichen Tornados. Gouverneur Dave Heineman rief den Notstand aus, wodurch notfalls auch die Nationalgarde der USA mobilisiert werden kann. Heinemann wollte die betroffenen Gebiete besuchen.

Auch für die östlich von Nebraska gelegenen Bundesstaaten Iowa und Illinois wurden Warnungen ausgegeben. Der Nationale Wetterdienst erhielt unbestätigte Tornado-Berichte aus Iowa, North Dakota und Wisconsin. Laut CNN bestand zeitweise in Teilen von 14 US-Staaten die Gefahr vor Unwettern, einige davon mit Wirbelstürmen.

dpa

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