Thüringen

Ein Toter und ein Verletzter nach Kaligrubenunglück

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Foto: In dem Unglücksschacht „Lohra“ soll es seit einiger Zeit an einer Stelle Probleme mit dem Füllmaterial und der Standfestigkeit gegeben haben.

Bleicherode/Sollstedt - In einem stillgelegtem Kali-Schacht im nordthüringischen Sollstedt sind amDienstag zwei Männer in 700 Meter Tiefe verschüttet worden. Einer von ihnen, ein Gutachter, kam ums Leben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Der 69-jährige überlebende Geschäftsführerder Betreiberfirma hatte, anders als zunächst angenommen, leichte Verletzungen erlitten und war am Mittwoch bereits wieder in der Firma, wie ein Sprecher der Polizei in Nordhausen mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Das Verfahren richte sich gegen unbekannt, sagte der stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Mühlhausen, Ulf Walther, am Mittwoch. Es sei nach ersten Erkenntnissen von Polizei und Bergamt „nicht völlig auszuschließen, dass beim Verfüllen des Kali-Schachtes möglicherweise Fehler begangen wurden“. Es gebe jedoch keine unmittelbaren Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten.

Nach Angaben der Polizei soll der Unglücksschacht im nordthüringischen Landkreis Nordhausen am Mittwoch unter anderem mit einer Kamera untersucht werden. Noch am Dienstagabend waren Fachleute des Landesbergamtes und der Kriminalpolizei in die Grube eingefahren, um nach der Ursache zu suchen. In dem Unglücksschacht „Lohra“ soll es seit einiger Zeit an einer Stelle Probleme mit dem Füllmaterial und der Standfestigkeit gegeben haben.

In Nordthüringen gibt es mehrere Anfang der 90er Jahre stillgelegte Kali-Gruben. Es ist der zweite tödliche Unfall in einer Thüringer Kali-Grube innerhalb von neun Monaten. Am 1. Oktober 2013 waren drei Bergleute in der noch produzierenden Kali-Grube in Unterbreizbach (Wartburgkreis) gestorben. In der zum Düngemittelkonzern K+S AG (Kassel) gehörenden Grube hatte sich Kohlendioxid explosionsartig ausbreitet.

dpa

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