Die Niederländer kommen

Tourismus in Niedersachsen boomt

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Trendwende geschafft: Der Harz und seine Attraktionen wie die Brockenbahn.

Hannover - Der Tourismus in Niedersachsen boomt wie lange nicht. Ob ein Ferienpark in Bad Bentheim, der Weserradweg, der Harz oder die Lüneburger Heide – das Land lockt mit vielfältigen Angeboten.

Die Krise ist lange vorbei. 2004 und 2005 gab es eine düstere Stimmung bei allen, die mit Tourismus in Niedersachsen zu tun haben. Hotelzimmer und Ferienwohnungen blieben leer. Alles vorbei, alles vergessen: Von 2006 an ging nur noch bergauf, wie der Landesbetrieb für Statistik in Hannover ermittelt hat. Die Statistiker verzeichnen bis zum Jahr 2011 einen Zuwachs der Übernachtungszahlen von stolzen 13 Prozent.

Von den Flächenländern in Deutschland kann nur Brandenburg mit einer höhere Steigerungsrate aufwarten. Eine neue Krise ist nicht in Sicht. Weil der Trend auch im vergangenen Jahr anhielt, dürfte Niedersachsen einen Rekord aufgestellt haben. Von Januar bis Oktober wurden 35,9 Millionen Übernachtungen amtlich registriert. Im Jahr 2011, dem bis dahin besten, waren es 39,4 Millionen. Damit verteidigte Niedersachsen im Ländervergleich seinen vierten Platz - hinter Bayern (80,9 Millionen), Baden-Württemberg (45,6) und Nordrhein-Westfalen (44,2).

Warum ist Niedersachsen so beliebt? „Es sind neue attraktive Angebote geschaffen worden“, sagt die Geschäftsführerin beim Tourismus Marketing Niedersachsen (TMN), Carolin Ruh. Das zahle sich aus. So sei in Bad Bentheim ein Ferienpark entstanden, der sich insbesondere bei Holländern großer Beliebtheit erfreue. Aber auch der Harz habe die Trendwende geschafft und locke wieder mehr Urlauber an. Wegen der Messen in Hannover würden in der Region Hannover-Hildesheim die meisten Übernachtungen gezählt. Auch in der Lüneburger Heide sei mit guten, neuen Angeboten viel erreicht worden. Ruh freut sich vor allem, dass viele Skandinavier beim Transit in den Süden etwa in Soltau eine Pause einlegen, dort einen der Freizeitparks besuchen und deshalb ihre Reise für eine Nacht unterbrechen.

Im vergangenen Jahr hatte die Region Mittelweser im Wettbewerb mit den anderen Urlaubsgebieten im Lande die Nase vorn. Hier stiegen die Übernachtungen um 7,3 Prozent an, während die Ostfriesischen Inseln (minus 0,2 Prozent) und Ostfriesland (minus 0,4) negative Zahlen meldeten.

Was hat die Mittelweserregion, was andere nicht haben? Ruh verweist auf den Weserradweg. Überhaupt liege Urlaub mit dem Fahrrad voll im Trend. Das zeige sich auch im Emsland sehr deutlich. „Niedersachsen mit seiner Mischung aus einzigartiger Natur und hochwertigen, vielseitigen Angeboten kommt gut an“, sagt auch Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP).

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