Gedenken an Kinder

Trauergottesdienst für tote Babys von Ostertimke

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Foto: Ein Kreuz zum Gedenken an die toten Babys vor der Friedhofskapelle in Ostertimke. Im Gedenken haben die Menschen in dem kleinen Ort einen Gottesdienst gefeiert.

Ostertimke - Mit einem Trauergottesdienst haben die Menschen in Ostertimke der in ihrem Ort entdeckten toten Babys gedacht. Es gehe darum, gemeinsam zu trauern und einen Weg zu finden, dem Entsetzen etwas entgegen zu setzen, sagte der Pastor der evangelischen Kirchengemeinde, Wolfgang Preibusch, am Sonnabend.

„Unser erstes Ziel ist es, den toten Kindern ihre Würde zu geben“, sagte Preibusch. Ein Zweig mit drei Rosenblüten erinnerte auf dem Altar der Friedhofskapelle an die toten Säuglinge.

Zwei stark verweste Babyleichen waren vor mehr als einer Woche auf einem Dachboden in dem 200-Einwohner-Dorf im Landkreis Rotenburg/Wümme gefunden worden. Die 43 Jahre alte Mutter hatte gestanden, drei Kinder heimlich zur Welt gebracht und nicht versorgt zu haben. Zwei legte sie auf dem Dachboden ab, eins angeblich draußen. Die mögliche dritte Babyleiche wurde bisher nicht gefunden. Die Frau sitzt wegen Totschlagsverdacht in Untersuchungshaft.

Es sei nicht der Augenblick der Abrechnung und der Schuldzuweisung, betonte der Pastor in seiner Predigt. Er hatte Auswärtige darum gebeten, der Gedenkfeier fernzubleiben. Auf der Internetseite der Gemeinde konnten die Texte und Gebete mitverfolgt werden. Preibusch regte an, für die toten Kinder einen Gedenkstein auf dem Friedhof aufzustellen. Die Kollekte in dem Gottesdienst war für die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes bestimmt.

dpa

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