„MS Deutschland“

„Traumschiff“ bleibt unter deutscher Flagge

+
Wird auch weiterhin unter deutscher Flagge fahren: Die „MS Deutschland“.

Neustadt - Tagelang schlugen die Wellen hoch. Jetzt kann wieder Ruhe auf dem „Traumschiff“ einkehren - und Kapitän Jungblut kann sich freuen. Die „Deutschland“ wird weiter unter deutscher Flagge fahren. Doch dafür setzt die Reederei auf die Unterstützung der Bundesregierung.

Aufatmen bei „Traumschiff“-Fans: Die „Deutschland“ wird nun doch nicht ausgeflaggt sondern fährt weiter unter deutscher Flagge. Nach den emotionalen Auseinandersetzungen der vergangenen Tage habe sich die Reederei am Montag entschlossen, von dem geplanten Flaggenwechsel abzusehen, sagte Reedereisprecherin Kornelia Kneissl. Die „Deutschland“ - Millionen TV-Zuschauern aus der ZDF-Serie „Das Traumschiff“ bekannt - liegt derzeit als Hotelschiff für Olympia-Besucher und Prominente in London.

Vor allem der Kapitän des Schiffes, Andreas Jungblut, hatte sich vehement gegen den geplanten Flaggenwechsel ausgesprochen und eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Reederei riskiert. Ursprünglich hatten die Schiffseigner geplant, das einzige noch unter deutscher Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff in Malta registrieren zu lassen.

„Die Entscheidung ist endgültig, der Wechsel ist nicht nur vorübergehend aufgeschoben und dem Eindruck der öffentlichen Reaktionen“, sagte Kneissl der dpa. „Bild online“ hatte am Montag zuerst über den Gesinnungswechsel der Reederei berichtet.

Die Reederei Deilmann hoffe jetzt auf die Unterstützung all jener, die sich in den vergangenen Tagen so nachdrücklich für die deutsche Flagge eingesetzt haben, sagte Geschäftsführer Konstantin Bissias am Montag. So setze das Unternehmen darauf, dass der maritime Koordinator der Bundesregierung, Staatssekretär Hans-Joachim Otto, die in Aussicht gestellte deutliche Erhöhung der Flaggenförderung tatsächlich umsetze, sagte Bissias. Die geplante Kürzung der Fördermittel für die Schifffahrt durch die Bundesregierung um mindestens 80 Prozent war laut Reederei der Hauptgrund für die geplante Ausflaggung.

Am Wochenende hatten Meldungen für Aufregung gesorgt, der Kapitän der „Deutschland“, Jungblut, sei vom Eigner von Bord gejagt worden. Das hatte die Reederei dementiert. „Wir setzen darauf, dass unsere Kapitäne Andreas Jungblut und Andreas Greulich, auch weiterhin unser Traumschiff sicher über die Meere führen“, sagte Bissias.

Der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Maritime Wirtschaft, Eckhardt Rehberg, begrüßte die Entscheidung, das traditionsreiche Kreuzfahrtschiff nicht auszuflaggen. Ein Wechsel zur maltesischen Flagge hätte einen enormen Imageschaden zur Folge gehabt, sagte er.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare