Ventil soll Unglücksursache sein

Trinkwasser nach Ölunfall wohl sauber

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Foto: Ein Ölfilmin einem Gewässer in der Nähe der Verteilerstation der Kavernen-Betreibergesellschaft IVG.

Etzel - Nach dem Ölunfall an einem Gaskavernenspeicher im ostfriesischen Etzel sieht der Landkreis Wittmund keine Gefahr für das Trinkwasser in der Region. Die Schutzgebiete der nächsten Wasserwerke seien nicht berührt, teilte Kreisrat Hans Hinrichs am Dienstag mit.

Das Ausmaß der Ölverschmutzungen an den Ufern betroffener Gewässer könne jedoch derzeit noch nicht eingeschätzt werden. Umweltschützer befürchten einen auf Jahre anhaltenden Schaden für die Natur und fordern einen Stopp des Kavernenbaus.

Ein nicht ganz geschlossenes Ventil gilt als Ursache des Ölunfalls. Dabei waren am Sonntag bis zu 40 000 Liter Öl aus einer Anlage des Speicherbetreibers IVG Caverns ausgelaufen und hatten umliegende Gewässer verschmutzt. Mehrere Hundert Helfer hatten darauf Ölsperren gesetzt. Welche Mengen des schmutzigen Öl-Wasser-Gemisches bisher aufgefangen wurden, ist derzeit unklar.

Die Staatsanwaltschaft Aurich hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Gewässerverunreinigung eingeleitet. Federführend ist nicht die Polizei, sondern das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie. Es überwacht die Bergbaubetriebe in Niedersachsen und ist auch Genehmigungsbehörde für den Bau der unterirdischen Erdgasspeicher.

Für die Ermittlungen sollten IVG-Mitarbeiter befragt und Anlagen untersucht werden, sagte der Sprecher des Landesbergamts, Klaus Söntgerath. Nicht völlig auszuschließen sei auch Sabotage: „Wir müssen mit allem rechnen.“Im Raum Etzel sind derzeit von 99 genehmigten Kavernen 65 Anlagen fertiggestellt. Genehmigt wurden sie nach altem Bergrecht ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Für 45 weitere beantragte Kavernen wäre jedoch ein solches Verfahren nötig, das eine größere Beteiligung der Öffentlichkeit als bisher sicherstellen soll.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) bezweifelt allerdings den Bedarf für weitere Kavernenbauten. Das hoch verschuldete Immobilienunternehmen IVG befindet sich in einem Insolvenzverfahren. „Im Moment ist das Unternehmen nicht voll handlungsfähig“, sagte Wenzel. Unklar seien daher Haftungsfragen, wenn es etwa in dem Kavernengebiet zu den befürchteten Bodenabsenkungen komme.

Von Hans-Christian Wöste

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