Lob vom ADAC

Tunnel in Europa werden sicherer

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Der Tauerntunnel wurde Testsieger im Tunelltest - vor allem wegen der 2011 neu eingeweihten zweiten Röhre.

München - Der ADAC sieht Licht beim Blick in die Röhre: Alle Tunnels, die der Automobilclub testete, haben die Prüfung bestanden. Einen großen Sprung nach vorn machte der österreichische Tauerntunnel. Die Schweiz kam weniger gut weg.

Europäische Straßentunnel werden nach Einschätzung des ADAC immer sicherer. Der Autoclub untersuchte für seinen jüngsten Tunneltest zehn Röhren in fünf Ländern und kam zu einem positiven Ergebnis. Keiner der Tunnel fiel durch. Vielmehr vergab der ADAC sechsmal die Note „gut“ und zweimal „sehr gut“. Die beiden deutschen Tunnel bekamen eine „gute“ Bewertung.Der Allacher Tunnel bei München und der Wattkopftunnel bei Karlsruhe lagen damit im Soll der ADAC-Kriterien. Noch vor acht Jahren war der Wattkopftunnel mit einem „mangelhaft“ durchgefallen.

Der Allacher Tunnel bekommt dabei in den Einzelkategorien fast durchgängig Spitzennoten. Abzüge gab es aber auch: „Das liegt an den mangelnden Schranken vor den Portalen.Also dass der nicht dicht gemacht werden kann, wenn zum Beispiel Stau ist“, erklärt ADAC-Sprecherin Andrea Piechotta. Die Betreiber des Wattkopftunnels wiederum sollten unter anderem beim „Tunnelsystem“ nachrüsten.

Voll des Lobes waren die Tester vor allem für den österreichischen Tauerntunnel. Nach dem verheerenden Brand im Jahr 1999 mit zwölf Toten und 42 Verletzten wurde die Verbindung auf der Autobahn Salzburg-Villach dieses Jahr Testsieger. „Der Tauerntunnel ist natürlich ein Beispiel für eine positive Entwicklung, die ein Tunnel nehmen kann“, sagte Testleiterin Mady Christ.

Im Jahr der Katastrophe hatte der ADAC den Tauerntunnel noch als „bedenklich“ eingestuft. Grund für die starke Verbesserung war vor allem die erst 2011 eröffnete zweite Röhre für 173 Millionen Euro sowie eine umfassende Sanierung für 39 Millionen. „Der Tauerntunnel verfügt zum Beispiel auch über eine moderne Brandmelde- und Löscheinrichtung“, sagte Christ.

Die untersuchten Tunnel in der Schweiz schnitten dagegen eher mäßig ab. Nur mit „ausreichend“ bewerteten die Prüfer den fast 2,5 Kilometer langen Isla Bella. Besonders gravierend sei das Fehlen zusätzlicher Flucht- und Rettungswege - auch eine zweite Röhre sei nicht vorhanden. Zudem erhielt der Tunnel Gubrist bei Zürich ein „ausreichend“. Der 2001 eröffnete Schweizerhalle-Tunnel dagegen schaffte ein „gut“. Im März wurden bei einem Busunfall in einem Schweizer Tunnel, der allerdings diesmal nicht getestet wurde, 28 Menschen getötet, darunter 22 Kinder.

Alle drei italienischen Tunnel im Test - Dervio, Colle Capretto und San Pellegrino - passierten mit „gut“. Der niederländische „Roer“ darf sich sogar als „sehr gut“ bezeichnen.

Trotz der positiven Ergebnisse: Der Tunneltest beruht lediglich auf Stichproben und ist nicht repräsentativ. „Eine pauschale Aussage können wir nicht treffen. Was man sagen kann: Die Tendenz geht schon dahin, dass die Tunnel sicherer werden“, sagte Andrea Piechotta. Das gute Abschneiden gehe auch auf ein EU-Gesetz zu den Mindestanforderungen von Tunneln zurück, das die Betreiber bis 2014 umsetzen müssten.

dpa

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