Rotarier engagieren sich

Überlebenshilfe für Ureinwohner in Afrika

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Foto: Die Khomani San gelten als Ureinwohner Südafrikas.

Berlin/Neustadt. - Sie leben in der Kalahari-Wüste und gelten als älteste Kulturvolk der Welt – die Khomani San bekommen jetzt Unterstützung von Rotariern aus Niedersachsen.

Sie zählen zu den Ärmsten der Armen im südlichen Afrika - und haben allen Grund, stolz auf ihre Geschichte zurück zu blicken: Ihre Gemeinschaft heißt Khomani San, sie gelten als die Ureinwohner Südafrikas und sind vermutlich das älteste Kulturvolk südlich der Sahara. Als Jäger und Sammler leben sie noch heute im südafrikanischen Teil der Kalahari-Wüste, im Grenzgebiet zwischen Botswana, Namibia und Südafrika. Die meist kleinwüchsigen Menschen sind bitterarm und dringend auf Überlebens- und Entwicklungshilfe angewiesen. Die bekommen sie jetzt aus Deutschland.

Das Bundesentwicklungsministerium hat 441.000 Euro bewilligt, damit die indigene Bevölkerung eine gesicherte Zukunft bekommen kann. Beantragt wurde die Hilfe von Rotariern aus Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) und Wolfenbüttel. Sie haben auf entsprechende Bitten ihrer Freunde in Südafrika reagiert und viel Geld zusammengetragen. Allein der Club Nienburg-Neustadt sammelte 6000 Euro. Wie Friedel Eggelmeyer, Mitorganisator des Projekts, jetzt weiter mitteilte, haben die Rotarier in Ostniedersachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt rund 75.000 Euro gespendet. Mit den Spenden der südafrikanischen Rotarier und der beantragten Zuwendung vom Rotary World Fund werden für das Projekt insgesamt 763.637 US-Dollar bereit stehen.

Wie das Geld ausgegeben werden soll, ist bereits festgelegt. Die angesehene südafrikanische Nichtregierungsorganisation „Peace Parks Foundation (PPF) in Stellenbosch wird den Khomani San künftig zur Seite stehen. Die 1997 von Nelson Mandela und Prinz Bernhard der Niederlande gegründete Organisation wird Experten entsenden. Sie werden den Ureinwohnern zeigen, wie sie ihr extrem karges Land besser nutzen können. Es sollen Brunnen gebohrt und Gemeinschaftsfarmen modernisiert werden. Ferner soll es Unterstützung für den Aufbau einer Kommunalverwaltung geben. „Es kommt uns darauf an, dass die Identität der Khomani San beibehalten wird“, sagt Eggelmeyer.

Weil sich im Lebensraum der Ureinwohner auch ein Park befindet, in dem Antilopen, Löwen und Giraffen frei leben, hat die PPF vorgesehen, hier einen sanften Tourismus aufzubauen. Als Ranger und Gästebetreuer könnten die Khomani San ihr Geld verdienen.

In Südafrika, wo Ureinwohner noch vor 80 Jahren wie Tiere bejagt werden durften, haben die Khomani San seit dem Ende der Apartheid schon eine Menge erreicht. So erhielten sie von der südafrikanischen Regierung vor gut zehn Jahren Land zur eigenen Bewirtschaftung übereignet, auf dem sie unter anderem seltene Heil- und essbare Pflanzen anbauen und in traditioneller Weise die Jagd ausüben. Prof. Wernt Brewitz vom Rotary Club Salzgitter-Wolfenbüttel-Vorharz hat viele Jahre in Südafrika gelebt und wird künftig ein Auge auf die Entwicklungsarbeit in der Wüste haben. Vom Erfolg des Vorhabens ist Brewitz ähnlich überzeugt wie das BMZ und dessen Minister Dirk Niebel.

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