Bundeswehr-Reform

Der Umbau dauert noch neun Jahre

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Foto: In Niedersachsen wird noch in diesem Jahr ein Standort der Bundeswehr geschlossen.

Hannover - Verteidigungsminister Thomas de Maizière macht ernst: Schon in diesem Jahr wird in Niedersachsen ein Standort der Bundeswehr geschlossen. Bis voraussichtlich 2021 wird die Neuausrichtung der Truppe in 16 niedersächsischen Standorten umgesetzt sein.

Aurich, Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Munster, Wilhelmshaven - überall im Lande wirkt sich die Reform der Bundeswehr aus. Von insgesamt 19 Liegenschaften will sich die Bundeswehr in Niedersachsen trennen. Noch in diesem Jahr wird das Truppendienstgericht in der Kurt-Schumacher-Kaserne in Hannover aufgelöst. 2014 stehen gleich neun Schließungen an, dann gehen in den Kreiswehrersatzämtern in Braunschweig, Göttingen, Lüneburg, Meppen und Stade die Lichter aus. In Aurich verlässt die Truppe die Blücher-Kaserne, in Cuxhaven die Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne. In Hannover wird ein großes Dienstgebäude an der Fliegerstraße aufgegeben. Nördlich von Wolfsburg trennt sich die Truppe für immer vom Übungsplatz Ehra-Lessien. Das rund 1730 Hektar große Gelände im Kreis Gifhorn wird möglicherweise vom benachbarten Testgelände des Volkswagen-Konzerns übernommen.

Der Terminplan, der am Dienstag vom Verteidigungsministerium in Berlin vorgelegt wurde, sieht für 2015 einen vollständigen Rückzug aus Schwanewede bei Osterholz-Scharmbeck und Visselhövede vor. Schwanewede scheint sich mit dem Verlust von 1130 militärischen Arbeitsplätzen schon abgefunden zu haben. Bürgermeister Harald Stehnken (SPD) meinte am Dienstag, man schaue nach vorn und trauere der Vergangenheit nicht nach. In Visselhövede wird ein Führungsunterstützungsbataillon mit 680 Soldaten aufgelöst, die Kaserne an der Celler Straße zivilen Nachnutzern angeboten.

In Wilhelmshaven, wo die Zahl der Soldaten im Zuge der Reform von 7780 auf 8570 steigen soll, wird die Bundeswehr 2016 die Ebkeriege-Kaserne aufgeben.

Voraussichtlich 2018 wird das Munitionsdepot Lorup im Emsland geschlossen. Im selben Jahr könnte die Luftwaffe den Flugplatz Diepholz für immer räumen. Dort gehen rund 1000 Arbeitsplätze verloren. Zur selben Zeit wird in Lüneburg die Theodor-Körner-Kaserne größtenteils geschlossen. In Bückeburg trennt sich die Truppe 2019 von der Jäger-Kaserne. Allerdings hängt der geplante Umzug der dort untergebrachten Ausbildungsheinheiten von Baufortschritten auf dem benachbarten Fliegerhorst ab. Erst zwei Jahre später, also 2021, soll in Munster die Neuausrichtung zu Ende geführt werden. Dann ist dort die Aufgabe der Peter-Bamm-Kaserne eingeplant.

Die 1. Panzerdivision, deren Stab und Stabskompanie nach Oldenburg umziehen sollen, wird gründlich umstrukturiert. Die am Dienstag vorgelegten Pläne sehen vor, dass zum 1. Juli 2013, also vor dem nächsten Auslandseinsatz, die in Mecklenburg-Vorpommern stationierte Panzergrenadierbrigade 41 dem niedersächsischen Großverband unterstellt wird. In Neustadt-Luttmersen wird das Panzerbataillon 33 zum 1. Juli 2015 in ein Panzergrenadierbataillon umgewandelt. Die derzeit in Luttmersen angesiedelten Logistiker werden zum Teil nach Rotenburg/Wümme und Munster verlegt.

Das hannoversche Heeresmusikkorps 1 heißt vom kommenden Jahr an Bundeswehrmusikkorps, es bleibt in Hannover. Unklar ist noch wie sich die Umgliederung des zivilen Teils der Bundeswehr in Niedersachsen auswirken wird. Zwei Dienstleistungszentren werden aufgelöst, wann eine Nachfolgebehörde für die Wehrbereichsverwaltung in Hannover die Arbeit aufnimmt, ist nicht entschieden.

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