Stolzenau

Umweltgefahr nach Schiffsunglück auf Weser weitgehend gebannt

- Nach dem Schiffsunglück auf der Weser ist die Umweltgefahr durch auslaufendes Öl weitgehend gebannt. Bisher seien etwa 11.000 Liter Treibstoff aus dem mit 800 Tonnen Kies beladenen Wrack abgepumpt worden, sagte ein Wasserschutzpolizist am Samstag in Stolzenau im Kreis Nienburg.

Das etwa 70 Meter lange Binnenschiff war am Freitag beim Verladen von Kies gebrochen und gesunken. Es ragen nur noch Heck und Steuerhaus aus dem Wasser. Der Kapitän und der Matrose konnten sich mit einem Schlauchboot der Feuerwehr retten.

Etwa 150 Liter Öl liefen aus der Heizung der Matrosenwohnung in die Weser aus. Auf dem Fluss bildete sich ein Ölteppich, der von Spezialisten mit Schläuchen eingegrenzt und am Samstag abgesaugt wurde. „Wären die 11.000 Liter Treibstoff in die Weser gelaufen, wäre das eine mittelschwere Katastrophe gewesen“, sagte Dirk Volkmann von der Wasserschutzpolizei. Die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und Behörden nach der Schiffshavarie sei vorbildlich gewesen.

Als Unglücksursache wurde zunächst Materialermüdung vermutet. Das gesunkene Großmotorgüterschiff „Wolfram“ ist Baujahr 1960/61. Genauere Aussagen können aber erst nach Bergung des Schiffes in frühestens zwei Wochen getroffen werden. Die Feuerwehr hat den verunglückten Frachter mit einem Greifzug, einer Art Stahlseilwinde, so gesichert, dass er nicht in die Fahrrinne abrutschen kann.

Am Montag beginnen die Bergungsarbeiten. Zunächst sollen Taucher sich ein Bild vom Ausmaß des Schadens machen. Anschließend müssen die 800 Tonnen Kies aus dem Schiffsrumpf geholt werden, um danach das Wrack zu beseitigen. Die Weser sei nur einschiffig befahrbar, sagte der Wasserschutzpolizist.

Der Schaden liegt bei etwa 150.000 Euro für den Verlust des Schiffs. Hinzu kommen finanzielle Einbußen für das Kieswerk in Stolzenau, weil die Verladestation durch den havarierten Frachter blockiert ist.

dpa

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