Silberhochzeit-Affäre

Urteil im Untreue-Prozess gegen Funke erwartet

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Foto: Am Freitag wird das Urteil gegen den ehemaligen Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke erwartet.

Oldenburg - Unter die Silberhochzeitsaffäre des früheren Landwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke wird an diesem Freitag juristisch der Schlussstrich gezogen. Vor dem Landgericht Oldenburg soll im Untreue-Prozess gegen den einstigen SPD-Politiker das Urteil gesprochen werden.

Funke hatte sich 2007 seine Silberhochzeitsfeier mit 8000 Euro vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband bezahlen lassen. Außerdem soll er als damaliger ehrenamtlicher Vorsteher des Verbands eine nicht vom Vorstand genehmigte Gehaltserhöhung des mitangeklagten früheren Geschäftsführers veranlasst haben.

Die Staatsanwaltschaft forderte wegen Untreue in zwei Fällen für den Ex-Minister eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung sowie die Zahlung einer Geldbuße von 10.000 Euro. Der damalige Geschäftsführer soll nach dem Willen der Anklage ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung erhalten sowie eine Buße von 20.000 Euro zahlen. Die Verteidiger der Angeklagten plädierten auf Freispruch in beiden Fällen. Funke räumte in einem Schlusswort ein, er habe Fehler gemacht. Die vergangenen Jahren seien für ihn schwierig gewesen.

Die Zahlung der Wasserverbandes für die Feier wurde zwei Jahre nach der Silberhochzeit im Dezember 2009 öffentlich bekannt. Nach Angaben von Funkes Anwalt betrugen die Gesamtkosten der “öffentlichen“ Silberhochzeitsfeier rund 20.000 Euro. Funke hatte per Zeitungsannonce dazu eingeladen. Im Zuge der Affäre musste Funke alle politischen Ämter aufgeben und verlor am Ende auch die SPD-Mitgliedschaft.

dpa

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