Rettungsaktion für eingeschlossenes Forschungsschiff

US-Eisbrecher soll Polarschiffen helfen

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Foto: Der chinesische Eisbrecher „Snow Dragon“.

Sydney/Washington - Rettung für die Retter: Außer dem russischen Forschungsschiff hängt auch ein chinesischer Eisbrecher in der Antarktis fest. Nun soll die amerikanische „Polar Star“ beide Schiffe herausholen. Dieser Eisbrecher ist um ein vielfaches stärker als sie.

Ein Eisbrecher der US-Küstenwache soll den beiden in der Antarktis festsitzenden Schiffen helfen. Die „Polar Star“ stach am Samstag in Sydney in See, um den chinesischen Eisbrecher „Snow Dragon“ und das russische Forschungsschiff „MV Akademik Shokalskiy“ zu befreien. Zuvor hatte die Regierung in Washington am Samstag mitgeteilt, dass die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) sowie Russland und China die USA um Hilfe gebeten hätten.

Die „Polar Star“ hatte ihren Heimathafen Seattle Anfang Dezember für einen Antarktiseinsatz verlassen. Sie sollte dort einen Kanal zu einer Forschungsstation freimachen. Das rund 122 Meter lange Schiff kann mehr als sechs Meter dickes Eis brechen. Nach Angaben der Amsa wird es rund eine Woche brauchen, um die Commonwealth Bucht zu erreichen, wo die Schiffe aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Eis herauskommen.

Der chinesische Eisbrecher „Snow Dragon“ sitzt nach der Rettung von 52 Wissenschaftlern und Touristen von der „MV Akademik Shokalskiy“ mit einem Hubschrauber selbst im Packeis fest. Die Forscher und Touristen sind anBord des australischen Eisbrechers „Aurora Australis“. Das russische Schiff ist seit Weihnachten vom Eis eingeschlossen. Seine 22-köpfige Crew hat Vorräte für 40etwa Tage an Bord. Der Kapitän des chinesischen Schiffs hatte der Amsa mitgeteilt, es sei genügend Proviant vorhanden.

Die mit Dieselmotoren und Gasturbinen angetriebene „Polar Star“ ist mit 75.000 PS um ein vielfaches stärker als die eingeschlossenen Schiffe. Sie hat 140 Besatzungsmitglieder und zwei Hubschrauber an Bord. „Die US-Küstenwache steht bereit, um auf Australiens Bitte zu antworten. Wir sind immer bereit und verpflichtet, in einer der entferntesten und unwirtlichsten Umgebungen auf der Erdoberfläche Hilfe zu leisten“, sagte der amerikanische Vizeadmiral Paul Zukunft.

dpa

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