Trump-Supporter feiern Steine-Werfer

USA: Demonstranten schmeißen Steine auf Gleichgesinnte, die Beerpong spielen - Trump-Supporter sind amüsiert

Sie spielen Beerpong und strecken für Demonstranten die Daumen hoch. Dann fliegen Steine. Und erstmals feiern Trump-Fans die Gewalt der Ausschreitungen. Wegen eines Satzes.

  • Ein Video auf Twitter zeigt, wie Beerpong-Spieler von Demonstranten mit Steinen beworfen werden.
  • Ami Horowitz, ein rechtskonservativer Politaktivist aus den USA, hat es gepostet.
  • In den Kommentaren freuen sich Trump-Supporter über die Gewalt der George-Floyd-Demonstranten

USAGeorge Floyd starb bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. Seitdem eskalieren an vielen Orten in den USA Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt. Das bekamen jetzt auch zwei junge Männer zu spüren, die in ihrer Wohnung Beerpong spielten. Ein Video auf Twitter zeigt, wie Demonstranten die Party mit Steinen bewerfen. Auf Twitter feiern die Supporter von Donald Trump die Tat.

USA/George Floyd: Demos eskalieren, Beerpong-Party wird mit Steinen beworfen, Trump-Fans freuen sich darüber

Das Video ist 24 Sekunden lang und bringt derzeitTrump-Supporter zum Lachen. Es zeigt, wie zwei junge Männer in den USA in ihrer Wohnung Beerpong spielen und plötzlich von vorbeiziehenden Demonstranten mit Steinen beworfen werden. Für Erheiterung unter Unterstützern des Präsidenten* sorgt es, weil die jungen Männer einen bestimmten Satz sagen.

Erst der Daumen hoch, dann kamen die Steine durch die Scheibe geflogen.

Ami Horowitz hat das Video gepostet. Er ist ein Dokumentarfilmer und rechtskonservativer Politaktivist. Davor hatte er 16 Jahre für die Bank Lehman Brothers im Investmentbanking gearbeitet. 2016 prägte er den Begriff „no-go zones“ mit. In seiner Kurz-Dokumentation „Stockholm Syndrome“ behauptete er, die schwedische Polizei hätte auf 30 bis 40 Gebiete keinen Zugriff.

USA/George-Floyd-Demonstration: Ami Horowitz und die Steinewerfer

Zwei Kameraleute gaben später an, dass das Ausgangsmaterial „unethisch bearbeitet“ worden sei, um die Aussagen falsch darzustellen, wie die Zeitung Dagens Nyheter später berichtete. Die beiden Polizisten, die in der Dokumentation vorkommen, warfen im gleichen Medium Ami Horowitz vor, ihre Aussagen bearbeitet und in einem falschen Kontex t dargestellt zu haben.

Am Dienstag, 2. Juni, postete Ami Horowitz ein kurzes Video auf Twitter. 24 Sekunden lang. Es wurde vermeintlich in den USA gedreht. Er gibt weder an, woher er das Video hat, noch wann oder wo es gedreht wurde. Der Inhalt scheint vermeintlich eindeutig.

USA/George Floyd: Wer Beerpong spielt unterstützt keine Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt

Zwei junge Männer spielen in ihrer Wohnung Beerpong. Vor dem Fenster ziehen Demonstranten vorbei. Vermeintlich handelt es sich um Menschen, die nach dem Tod von George Floyd gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße gehen. Was auch in Deutschland zu öffentlichen Diskussionen*, Solidaritätsbekundungen* und Anti-Rassismus-Demos geführt hat.

Einer der Männer streckt den Daumen hoch. Scheinbar als Zeichen der Unterstützung für die Demonstranten. Doch plötzlich fliegen Steine. Einer durchschlägt das Fenster. Ein Beerpong-Spieler ruft wiederholt: „We´re on your side!“ Ein zweiter Stein durchschlägt noch eine Scheibe. „Traurig, aber irgendwie komisch“, kommentiertAmi Horowitz sein Video.

USA/George Floyd Proteste für rechte Meinungsmache genutzt

Seine Follower auf Twitter sind eher weniger traurig, dafür mehr amüsiert. „It´s glorious“, oder „Always f unny!“, sind die Meinungen der Nutzer. Oder: „Den traurigen Teil habe ich verpasst. Ich schaue es besser noch einmal an.“ Oft kommt der Vergleich, dass die Steine wie dierote Pille im Film „Matrix“ seien – die Beerpong-Spieler seien dadurch jetzt in der Realität angekommen.

Besonders amüsieren sie sich über den Satz „We´re on your side!“ Denn ein Mob kenne keine Seite, wie ein Nutzer schreibt. Viele andere schreiben nur, dass die Beerpong-Spieler zwar auf der Seite der Demonstranten seien, die Demonstranten aber nicht auf der Seite der Beerpong-Spieler. Es ist nicht das erste Mal, dass der Tod von George Floyd für politische Zwecke* missbraucht wird.

* Merkur.de und 24hamburg.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-redaktionsnetzwerkes. 

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter/AmiHorowitz

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