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Pitbull-Drama: Mutter ersticht eigenen Hund, um Tochter zu retten

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Von: Anna Lehmer

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Ein Pitbull Terrier (v) hechelt vor dem Olympiastadion in Berlin in die Kamera. Im Hintergrund sitzt ein American Staffordshire Terrier. (Symbolbild)
In den USA griff ein Pitbull ein einjähriges Mädchen an. (Symbolbild) © picture-alliance / dpa / Tim_Brakemeier

In Kalifornien haben zwei Pitbulls ein einjähriges Mädchen attackiert. Aus Angst um ihre Tochter griff die Mutter zum Küchenmesser. Einer der Hunde starb.

Kalifornien - Bei einem Hundeangriff in Kalifornien am Sonntag (24. April) griff eine Mutter zum Küchenmesser, um ihren eigenen Vierbeiner zu erstechen. Zwei Pitbulls hatten die 30-Jährige und ihre Tochter attackiert und verletzt. In ihrer Not stach sie auf ihre beiden Hunde ein, um das Leben des einjährigen Mädchens zu retten.

Pitbull attackiert Baby: Mutter greift zum Küchenmesser

Wie die Los Angeles Times berichtete, ging um 22.18 Uhr bei den zuständigen Behörden ein Hilferuf per Telefon ein. Eine Frau informierte die Beamten über einen Hundeangriff, bei dem mindestens einer ihrer Hunde – die als Pitbulls beschrieben wurden – das Kleinkind gebissen habe. Die Tiere seien auf das Kind losgegangen, als es zu weinen begann. „Ich ging in die Küche und sah meine beiden Töchter und meinen Sohn auf dem Boden, die versuchten, die Hunde loszuwerden“, sagte die Mutter, Jamie M., dem örtlichen Fernsehsender ABC-TV Channel 7.

Hund greift einjähriges Kind an: „Ich musste den Hund erstechen“

Mehrere Familienmitglieder versuchten noch, die Hunde wegzuziehen, berichtete die Großmutter des Kleinkindes, Margaret Ann Morales dem Sender. Einer der Hunde habe ihre Enkelin am Bein gepackt und nicht mehr losgelassen. Jamie M. erzählte gegenüber dem Sender KTLA-TV, dass beim Versuch, ihr Baby zu befreien, im Gesicht gebissen worden sei. Auch die Hände seien bei dem Rettungsversuch aufgerissen worden.

„Ich musste den Hund erstechen. Ich musste es tun“, erklärte sie ihre Tat. „Es war entweder er oder meine Tochter, und ich habe mich für meine Tochter entschieden.“ Beide Pitbulls wurden bei dem Vorfall niedergestochen. Einer von ihnen starb noch vor Ort, so die Polizeibehörde. Der andere wurde von einer Tierschutzbehörde in Gewahrsam genommen. „Ich fühle mich wirklich schlecht, aber ich musste es tun. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es jeder getan hätte“, so die Mutter des angegriffenen Kindes. Die Pitbulls lebten seit etwa vier Monaten in dem Haus und hatten nach Angaben von Familienmitgliedern noch nie ein aggressives Verhalten gezeigt, berichtete der amerikanische Fernsehsender FOX 11.

Jamie M. und Tochter seien nach dem Angriff in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht worden. Das Mädchen werde wegen Verletzungen am Arm und an der oberen Schulter operiert, so die Beamten. Einen ähnlichen Vorfall meldete die US-amerikanische Polizei aus Wisconsin. Eine Mutter rettete ihren Sohn vor einem Pitbull-Angriff und starb selbst.

„Es war entweder er oder meine Tochter“: Mutter sticht eigenen Hund nieder

Pitbulls werden oftmals als aggressive Hunderasse abgestempelt. Laut Los Angeles Times waren diese Hunde zwischen 2005 und 2020 für 67 % aller tödlichen Angriffe durch Hunde in den USA verantwortlich, obwohl sie nur etwa 6 % der dortigen Hundepopulation ausmachen. Zudem würden sie fast doppelt so häufig wie andere Rassen ohne Provokation angreifen. In Tierheimen haben es Pitbulls oft nicht leicht, viele Tiere müssen lange auf eine Adoption warten. In Bayern beispielsweise fand ein Unglücks-Pitbull erst nach Jahren im Tierheim eine „Mama“ – dann musste er trotzdem sterben. (ale)

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