Familiendrama

Vater soll Frau und zwei Söhne getötet haben

Koblenz - Familiendrama in einer rheinland-pfälzischer Kleinstadt: Eine Frau und ihre beiden Kinder werden umgebracht - der Vater stellt sich der Polizei und gesteht die Tat. Die Hintergründe sind völlig unklar.

Familiendrama in Rheinland-Pfalz: Ein Mann soll in Kruft seine Frau und die beiden sieben und neun Jahre alten Söhne getötet haben. Der 47-Jährige habe sich am frühen Freitagmorgen bei der Polizei in Saarbrücken gestellt und angegeben, am Vortag seine Kinder und die 43 Jahre alte Ehefrau umgebracht zu haben. Anschließend sei er zu Verwandten ins Saarland gefahren, teilte die Polizei mit. Diese begleiteten ihn dann zur Wache.

Die Beamten fanden die drei Leichen wenig später in dem Einfamilienhaus in Kruft. Die Ehefrau und beide Kinder wurden offensichtlich Opfer eines Verbrechens, wie es hieß. Nähere Angaben zu Hintergründen oder Tathergang machten die Ermittler zunächst nicht. Der Familienvater sollte dem Haftrichter vorgeführt werden. Er werde vom Saarland zu Vernehmungen nach Koblenz gebracht, sagte ein Sprecher.

Der Krufter Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel (CDU) zeigte sich geschockt. „Wir haben keine Worte, es gab keinerlei Anzeichen“, sagte Schneichel der Nachrichtenagentur dpa. Der Familienvater, der nach Auskunft des Ortsbürgermeisters einen Schwerbehindertenausweis besitzt, habe seit dem Frühjahr als 400-Euro-Jobber in den Grünanlagen der Gemeinde gearbeitet. „Er war stolz auf seine Kinder.“ Die Familie habe seit etwa zwölf Jahren in dem kleinen, älteren Einfamilienhaus in der 4000-Einwohner-Gemeinde gewohnt, sagte er.

Chronologie: Familiendramen - wenn Väter ihre Kinder töten

Oktober 2012: In Dortmund fährt ein 28 Jahre alter Mann mit dem Auto in einen Kanal und versucht, seine Kinder und sich selbst zu ertränken. Ein acht Jahre altes Mädchen stirbt.

September 2012: Ein Vater im badischen Rheinfelden gesteht die Tötung seines sechsjährigen Sohnes. Der 48-Jährige hatte sich zuvor von der 38 Jahre alten Mutter des Kindes getrennt und befürchtet, das Sorgerecht für seinen Sohn zu verlieren.

August 2012: Ein 69-jähriger Berliner erstickt seine drei und sechs Jahre alten Söhne sowie seine 28-jährige Frau, bevor er sich selbst umbringt. Seine wenige Monate alte Tochter hatte er vor der Tat anonym bei einer Babyklappe abgegeben.

August 2012: Ein 35-Jähriger soll in Neuss (Nordrhein-Westfalen) seinen vierjährigen Sohn, die achtjährige Tochter und die 26 Jahre alte Ehefrau erschossen haben. Nach dem Familiendrama setzt er sich offenbar ins Ausland ab.

Juni 2012: Ein 37-Jähriger bringt in Ilsede (Niedersachsen) seine fünf, sieben und neun Jahre alten Söhne und die zwölfjährige Tochter mit einem Teppichmesser um. Der Vater gesteht die Tat und wird zu 15 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt.

Januar 2012: Ein Vater tötet in Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) seine Frau und die beiden Kinder. Der Sohn war fünf Jahre, die Tochter neun Monate alt. Dann legt er im Haus Feuer und stirbt.

August 2011: In einem Auto bei Börnicke (Brandenburg) sterben zwei dänische Mädchen im Alter von neun und zehn Jahren. Ihr Vater hatte den Wagen angezündet. Als Motiv gilt ein Sorgerechtsstreit. Der Mann wird zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Februar 2011: Nach einem Hausbrand in Rückeroth (Rheinland-Pfalz) werden vier Tote gefunden. Den Ermittlungen zufolge brachte der 53 Jahre alte Vater seine Frau, die 14-jährige Tochter und den 10-jährigen Sohn um, bevor er das Haus ansteckte und selbst starb.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

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