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Verbände klagen gegen Elbvertiefung

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Foto: Die geplante Elbvertiefung soll die Elbe auch für große Containerschiffe befahrbar werden.

Hannover - Drei Umweltverbände klagen gegen die geplante Elbvertiefung. Deutschland dürfe nach der Ems nicht die zweite seiner vier Flussmündungen zerstören, hieß es zur Begründung.

Das Bundesverwaltungsgericht wird über die Zulässigkeit der geplanten Elbvertiefung entscheiden müssen. Drei Umweltverbände - der BUND, der Nabu und der WWF - kündigten am Dienstag Klage gegen die Baggerpläne an. Dafür haben sich die drei Verbände in einem Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ zusammengetan. In dem Bündnis wolle man sich „gemeinsam für eine ökologisch intakte Unterelbe mit den angrenzenden Lebensräumen einsetzen“, wie es am Dienstag in einer Mitteilung hieß. „Eine lebendige Tideelbe ist keine abwegige Utopie, sondern gesetzlicher Auftrag“, begründete Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland, den Zusammenschluss. Die Elbvertiefung sei Anlass, den Umgang Deutschlands mit seinen Flüssen grundsätzlich zu kritisieren.

Mit der Elbvertiefung wollen der Bund und die Stadt Hamburg sicherstellen, dass große Containerschiffe mit einem Tiefgang von 14,50 Metern den Hamburger Hafen erreichen können. Die Klage muss demnächst beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig eingehen, da Anfang Juli die Frist für gerichtliche Einwände abläuft. Die letzte politische Hürde hatte das umstrittene Projekt im April genommen, als Niedersachsen sein notwendiges Einvernehmen erteilte.

Die Kläger werfen dem Bund und der Stadt Hamburg vor, in der 2600 Seiten umfassenden Planung seien zahlreiche europäische Umwelt- und Gewässerschutzvorschriften vernachlässigt worden. Die Verbände glauben, dass sich die Wasserstände und der Tidenhub deutlich stärker ändern werden als prognostiziert. Die Versandung von Nebenflüssen, der Verlust von Flachwasserzonen und Sauerstoffmangel im Fluss seien zu erwarten. Eine ernstzunehmende Prüfung von Alternativen habe es nie gegeben.

Zur Illustration ihrer Befürchtungen führten Nabu, BUND und WWF die Ems an. Zwischen 1984 und 1995 wurde der Unterlauf des Flusses viermal ausgebaggert, um Überführungen von Kreuzfahrtschiffen der Meyer Werft aus Papenburg in die Nordsee zu ermöglichen. „Wir befürchten, dass die nächste Elbvertiefung, vergleichbar mit der Entwicklung an der Unterems, das gesamte Flussökosystem zum Kippen bringen wird“, sagte der Vize-Bundesgeschäftsführer beim Nabu, Jörg-Andreas Krüger. Um zu verhindern, dass „Deutschland die zweite von seinen vier Flussmündungen zerstört“, habe man sich entschlossen zu klagen.

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