Vier Tage in U-Haft

Vergewaltigungsvorwurf gegen Karl Dall

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„Möge dieser Albtraum vorübergehen“: Karl Dall in der „Bild“-Zeitung über die Anschuldigung.

Zürich - Karl Dall wird die Vergewaltigung einer Schweizer Journalistin vorgeworfen. Er musste vier Tage in Untersuchungshaft verbringen, weist Medienberichten zufolge die Anschuldigungen jedoch zurück.

Zürich. Die Staatsanwaltschaft Zürich ermittelt gegen den Komiker Karl Dall wegen des Verdachts der Vergewaltigung. Die Sprecherin der Behörde, Corinne Bouvard, bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung. Dall wies die Vorwürfe in dem Bericht zurück. Dalls Anwalt, Marc Engler, sagte: „Es gab weder eine Vergewaltigung noch Geschlechtsverkehr.“

Anfang November war der 72-jährige Entertainer laut Anklagebehörde nach einer Vorstellung in St. Gallen von der Polizei festgenommen worden. Er habe vier Tage in Zürich in Untersuchungshaft gesessen, sei verhört worden und dann freigekommen. Ob es einen Prozess geben wird, ist laut Staatsanwaltschaft noch offen. Dall persönlich war am Donnerstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Laut „Bild“ wirft ihm eine 43-jährige Journalistin aus der Schweiz vor, sie im September in einem Hotel vergewaltigt zu haben. Zwei Monate später soll sie Anzeige erstattet haben. Dall erklärte dazu „Bild“ zufolge: „Eine freie Schweizer Journalistin versuchte, einen beruflichen Kontakt mit mir zu benutzen, sich in mein Leben einzuschleichen und finanzielle Vorteile daraus zu erlangen.“ Als dies gescheitert sei, habe sie ihm eine Vergewaltigung vorgeworfen.

Anwalt Engler bestätigte, dass es zwischen Dall und der Journalistin nach einem Auftritt Anfang September in Zürich zu einem Treffen gekommen sei. „Während des Abends hat die Dame immer wieder darauf gedrungen, mit Karl Dall auf das Zimmer zu gehen. Herr Dall hat dann nachgegeben“, sagte der Anwalt. Im Zimmer hätten die beiden weiter gesprochen, zu sexuellen Handlungen sei es aber nie gekommen. „Die Dame war sehr offensiv, aber Herr Dall wollte den Avancen nur ein Ende bereiten.“

In dem Artikel wird Dall dahingehend zitiert, dass das angebliche Opfer Schulden habe, spielsüchtig sei und schon einen anderen Prominenten „terrormäßig“ gestalkt habe. „Das angebliche Opfer steckt offenkundig in erheblichen persönlichen, psychischen wie finanziellen Schwierigkeiten“, schrieb Dall laut „Bild“ und ergänzte: „Möge dieser Albtraum bald vorüber sein.“

Nach dem einmaligen Treffen habe die Schweizerin den Entertainer und seine Familie telefonisch belästigt, sagte Engler. Von einer Anzeige habe Dall aber erst bei seiner Verhaftung erfahren. „Die Verhaftung war ein Schock, und die Zeit im Gefängnis war schwer“, sagte Engler. Trotzdem sei Dall nach eigenen Aussagen anständig von der Schweizer Justiz behandelt worden. Der Komiker stehe für weitere Untersuchungen jederzeit zur Verfügung.

Karl Dall ist zurzeit mit seinem Theaterstück „Der Opa“ auf Tournee. Der Blödelbarde mit dem hängenden Augenlid gehört zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands, ist seit 1971 mit seiner Frau Barbara verheiratet und hat eine Tochter und eine Enkelin.

dpa

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