Vechta

17 Verletzte bei Schulbusunglück

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Foto: Dieser vollbesetzte Schulbus ist am Montagmorgen bei Vechta gegen einen Baum gekracht.

Vechta - Großalarm für die Rettungskräfte im Kreis Vechta: Ein Schulbus ist am Montagmorgen von der Straße abgekommen und gegen ein Baum gerutscht. Doch der Unfall geht relativ glimpflich aus: 17 Schüler sind verletzt worden, fast 60 kamen vorsorglich ins Krankenhaus.

Schreck in der Morgenstunde: Das Ehepaar Scheele sitzt in Vechta noch am Frühstückstisch, als es draußen heftig knallt. Beide rennen sofort zur Haustür. Schräg gegenüber vom Haus hängt ein Schulbus in der Böschung, die linke Front von einem Baum zertrümmert. "Uns kamen schon die Kinder aus dem Bus entgegen", berichtet Andrea Scheele. Darunter sind auch ihre beiden 12 und 15 Jahre alten Söhne. "Sie sind zum Glück unverletzt, wie fast alle", sagt Vater Jürgen Scheele. Alle Kinder seien selbst ausgestiegen. "Wir sind froh, dass der Unfall so glimpflich verlaufen ist."

Nach Angaben der Polizei wurden 17 Schüler leicht verletzt worden. Jeden Morgen sammeln Schulbusse die Kinder der Klassen fünf bis zehn in den Dörfern rund um Vechta ein und fahren sie zu mehreren weiterführenden Schulen in die Kreisstadt. Der 67 Jahre alte Busfahrer fährt die Strecke schon lange. "Früher ist der Mann Reisebus gefahren. Jetzt nur noch Schulbus morgens und mittags", sagt Hartwig Tabeling. "Das ist ein ganz feiner Kerl und die Kinder mögen ihn auch gern."

Tabeling sprach nach dem Unfall mit dem Busfahrer, der selbst unverletzt blieb. Der Mann sei auf die schräge Seitenböschung geraten und habe es nicht geschafft, den großen Bus wieder auf die Straße zu ziehen, berichtet er. Der Baum habe dann verhindert, dass der Bus auf die Seite kippte. "Dann wäre viel mehr passiert." Die Kreisstraße hat keine Fußwege, vor allem auf der rechten Seite gibt es nur einen schmalen Grünstreifen, der dann in eine steile Böschung übergeht. Der Bus hat einen Totalschaden. Die linke Front ist eingedruckt, die Windschutzscheibe zersplittert, auf der Seite sind alle Scheiben herausgefallen.

Andrea und Jürgen Scheele sind noch ganz beeindruckt von dem beispiellosen und professionellen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst. Ihre große Hauseinfahrt dient als Sammelplatz für die Schüler. 20 Rettungswagen stehen bereit. Vorsorglich werden alle Businsassen zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Später können die Eltern ihre Kinder wieder abholen.

Stunden nach dem Vorfall kommt an der Unglücksstelle ein Junge mit dem Fahrrad vorbei. Er hat Schulschluss und am Morgen Glück gehabt. Weil der Unglücksbus an der Haltestelle schon voll besetzt war, habe er den nächsten nehmen müssen, erzählt er. Er weiß noch nicht, ob er am Dienstag mit dem Bus zur Schule fahren wird.

dpa

Immer wieder verletzte Kinder bei Schulbusunfällen

Bei Unfällen mit Schulbussen werden in Deutschland immer wieder Kinder verletzt. Allein in diesem Jahr gab es bereits mehr als ein Dutzend Unglücke:

  1. 13.11.2013: Bei einem Unfall mit einem Schulbus im bayerischen Weiden werden drei Menschen verletzt, darunter zwei Schüler. Ein Kleinlaster krachte in den mit rund 40 Kindern besetzten Bus.
  2. 9.11.: Ein Gefahrguttransporter kollidiert bei Dorsten in Nordrhein-Westfalen mit einem Bus. Zwölf Kinder werden leicht verletzt.
  3. 15.10.: Auf einer Landstraße bei Emsdetten in Nordrhein-Westfalen prallt ein Auto in einen Schulbus. Vier Schüler werden leicht, die Pkw-Insassen schwer verletzt.
  4. 10.9.: Nahe des bayerischen Erbendorf prallen zwei Schulbusse gegeneinander. Acht Kinder werden verletzt. 27.8.: Bei einem Frontalzusammenstoß eines Autos mit einem Schulbus in Simmern im Hunsrück werden 13 Kinder und der Busfahrer leicht verletzt.
  5. 22.8.: Bei einem Unfall im niedersächsischen Ritterhude werden sieben Menschen verletzt, darunter fünf Schulkinder. Der Bus hatte einem Auto die Vorfahrt genommen.

dpa

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