Umstellung für Zuschauer in Niedersachsen

WDR verschwindet aus analogem Kabelnetz

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Foto: Der WDR verschwindet aus dem analogen Kabelprogramm in Niedersachsen. Hintergrund ist ein Streit der öffentlich-rechtlichen Sender mit den Kabelnetzbetreibern um Einspeisegebühren.

Hannover - Fernsehzuschauer in Niedersachsen müssen sich von April an auf Änderungen im analogen Kabelnetz einrichten. Unter anderem fallen mit dem Westdeutschen Rundfunk und dem Hessischen Rundfunk zwei öffentlich-rechtliche Programme weg.

Eine Alternative sei das digitale Kabelnetz, in dem künftig auch private Sender wie RTL oder ProSieben unverschlüsselt zu sehen seien, sagte die Sprecherin der Niedersächsischen Landesmedienanstalt Uta Spies.

Die Sender hätten nicht den Wunsch gehabt, weiter im Analog-Netz verbreitet zu werden, sagte Spies. Der WDR ist bislang landesweit über Kabel zu empfangen, der HR in den südlichen Landesteilen. Die Änderungen sollen vom 2. April an umgesetzt werden. Rund 52 Prozent der Kabelkunden in Niedersachsen empfangen ihr Fernsehsignal noch analog.

„Wir haben innerhalb der ARD verabredet, die analoge Verbreitung der Dritten Programme in anderen Bundesländern auslaufen zu lassen“, sagte WDR-Sprecher Uwe-Jens Lindner. Das habe nicht zuletzt finanzielle Gründe. Der Sender habe auch keinen neuen Vertrag mit dem Netzbetreiber Kabel Deutschland schließen wollen. Hintergrund ist ein Streit der öffentlich-rechtlichen Sender mit den Kabelnetzbetreibern um Einspeisegebühren. ARD und ZDF wollen diese Gebühren nicht mehr zahlen und so 60 Millionen Euro brutto jedes Jahr sparen.

Nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts müssten auch die Programme einiger privater Anbieter von April an unverschlüsselt verbreitet werden, sagte Spies. Alle Dritten Programme seien im Digitalnetz. „Insofern kann man jedem raten, der an diesen Programmen interessiert ist, auf Digital umzusteigen.“ Bei älteren Geräten sei dafür ein Decoder notwendig.

Eine Sprecherin von Kabel Deutschland bestätigte, wegen der Kartellamts-Entscheidung ab April die Programme der RTL- sowie der ProSiebenSat1-Gruppe unverschlüsselt anzubieten. Das gelte aber nicht für die HD-Programme dieser Sender.

dpa

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