Niedersachsen

Versorgungsquote bei Krippenplätzen steigt

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Hannover - Seit einem Jahr haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Ein- und Zweijährige. Fast alle Städte in Niedersachsen können ihre Versorgungsquote steigern. Und: Streit vor Gericht gibt es über die Krippenplätze im Land nicht.

Ein Jahr nach Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder haben die Städte und Gemeinden Niedersachsens ihr Angebot deutlich ausgebaut. Fast allen Eltern kann der gewünschte Platz geboten werden, laut Kultusministerium in Hannover gibt es Plätze für jedes dritte Kind der Altersgruppe im Land. Die Versorgung ist regional allerdings recht unterschiedlich: Die niedrigste Quote hat Oldenburg mit etwa 39 Prozent, Spitzenreiter ist Göttingen mit 70,4 Prozent. Da der Bedarf steigen wird, soll die Betreuung weiter ausgebaut werden.

Seit dem 1. August 2013 haben Eltern bundesweit einen Rechtsanspruch auf einen staatlich geförderten Betreuungsplatz für ihre unter dreijährigen Kinder. „Wir sind sehr zufrieden mit der aktuellen Krippenversorgung. Es war ein großer Kraftakt, diese Betreuungsquote zu erreichen“, erklärte der Präsident des niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips. Er vertritt rund 400 kreisangehörige Städte, Gemeinden und Samtgemeinden.

Landesweit stieg die Versorgungsquote bis März 2014 um 13,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamts (Destatis) in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt werden landesweit 53.174 Kinder betreut. Trotz des Rechtsanspruchs gingen in Niedersachsen keine Klagen von Eltern ein, die gerichtlich einen Krippenplatz einfordern wollten.

In Hannover liegt die Betreuungsquote bei 55,7 Prozent, damit ist die Zahl minimal höher als im vergangen Jahr. Wie viele Krippenplätze aktuell noch fehlen, lasse sich nicht exakt beziffern, sagte Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Mit dem Ausbauprogramm „Hannover bleibt am Ball“ sollten bis Mitte 2017 weitere 900 Betreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen werden. Schon 2013 konnten Wolfsburg und Bremen gute Versorgungsquote aufweisen. Mit einem Anteil von 57,2 Prozent (Wolfsburg) und 45 Prozent (Bremen) ist den Angaben zufolge der aktuelle Bedarf gedeckt, das Angebot entspreche der Nachfrage. Wegen steigender Geburtenzahlen werden jedoch in den kommenden Jahren weitere Plätze notwendig sein.

Das gilt auch für Braunschweig, die Stadt sicherte schon im vergangenen Jahr zu, den Bedarf decken zu können. Auch ein Jahr nach dem Ausbau könne allen Mädchen und Jungen unter drei Jahren der gewünschte Krippenplatz geboten werden, erklärte Braunschweigs Sprecher Rainer Keunecke. In Göttingen fehlen laut Bedarfsplanung bis 2019 noch ungefähr 200 Plätze. Die Stadt sieht sich jedoch auf einem guten Weg, von den insgesamt 15 Anträgen für zusätzliche U3-Betreuungsplätze wurden bereits 12 bewilligt.

Geringer Bedarf besteht noch immer in Osnabrück: 1476 Plätze stehen momentan für die Kleinen zur Verfügung, es fehlen laut angepeilter Quote noch immer 124 Plätze. Allerdings ist die Versorgung binnen eines Jahres um etwa acht Prozent gestiegen. Die fehlenden Plätze sollen bis Mitte 2015 zur Verfügung stehen, vor allem durch den Neubau von Krippen. Aber auch die Betreuung durch Tagesmütter spiele in Osnabrück eine nicht unwesentliche Rolle, wie die Verantwortliche des Fachbereichs Kinder, Jugendliche und Familie, Kerstin Schlüter, sagte.

In Oldenburg ist die Versorgungsquote mit 39 Prozent kaum höher als vor zwölf Monaten. Bis 2017/2018 fehlen nach Angaben der Stadt 750 Plätze. Allein im Anfang August beginnenden Krippenjahr sollen 300 davon entstehen. Städte und Gemeinden setzen weiter auf finanzielle Unterstützung vom Land.

dpa

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