Nach Organspende-Skandal

Vertrauen in Organspende kehrt zurück

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Die Zahl der Organspenden in Niedersachsen hat im vergangenen Jahr nach einem Einbruch wegen des Organspende-Skandals an der Göttinger Uni-Klinik wieder zugenommen.

Hannover - Die Zahl der Organspenden in Niedersachsen hat im Jahr 2014 nach einem Einbruch wegen des Organspende-Skandals an der Göttinger Uni-Klinik wieder zugenommen. Sie stieg im Jahr 2014 auf 269 Organspenden, das waren 34 mehr als im Vorjahr. In Deutschland warten rund 10.600 Patienten auf ein Spenderorgan.

Das teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Niedersachsen versucht mit der Kampagne „Du fehlst mir“ über Organspenden aufzuklären und das Vertrauen der Menschen in das System wieder herzustellen. Bundesweit hat sich die Zahl der Spender im vergangen Jahr mit 864 nahezu stabilisiert (2013: 876). Insgesamt wurden im Jahr 2014 in Deutschland 3169 Organe aus dem Verbund transplantiert, im Vorjahr waren es 3248.

Im Juni 2012 hatte der Fall eines Chirurgen der Universitätsklinik Göttingen bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ihm wird vorgeworfen, Patienten gegen Geld bevorzugt behandelt zu haben. So soll er unter anderem ihre Akten manipuliert haben, um sie auf der Warteliste für ein Spenderorgan weiter nach oben setzen zu können. Der Fall sorgte für einen massiven Vertrauensverlust. Die Transplantationsabteilung der Göttinger Klinik wurde geschlossen. Der Prozess gegen den Chirurgen läuft immer noch vor dem Landgericht Göttingen, soll aber in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Von Wiebke Kassmann

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