Abfallgebühren in Niedersachsen

So viel bezahlen wir für unseren Müll

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Kräftige Gebührensteigerungen sind in den letzten Jahren die Ausnahme geblieben, teilweise sanken die Kosten für die Müllentsorgung auch.

Hannover - Die Kosten für die Müllabfuhr sind landesweit sehr unterschiedlich. Je nach Abfuhrsystem wird Müllvermeidung mehr oder weniger stark belohnt. Im Schnitt sind die Gebühren recht konstant, manche wurden gesenkt. In Hannover aber gibt es 7000 Klagen gegen neue Bescheide.

Für die Müllabfuhr müssen die Menschen in Niedersachsen je nach Wohnort sehr unterschiedlich tief in die Tasche greifen. Kräftige Gebührensteigerungen sind in den letzten Jahren aber die Ausnahme geblieben, teilweise sanken die Kosten auch. Was in der Gebühr für den Restmüll gleich mitenthalten ist oder gesondert abgerechnet wird, hängt auch vom System ab: In der Tonne oder im Sack, in einem festen Abfuhrrhythmus oder nur nach Bedarf mit Chip-Erfassung wird der Abfall eingesammelt.

Ein Streitthema ist die Müllabfuhr derzeit vor allem in der Region Hannover: Wegen einer Umstellung und höherer Gebühren sind vor dem Verwaltungsgericht rund 7000 Klagen gegen Gebührenbescheide eingegangen. Im Umland der Landeshauptstadt Hannover gab es bisher keine Mülltonnen, sondern Säcke für Restmüll. Wenn die Einwohner wenig Abfall produzierten, mussten sie nur wenig Säcke kaufen und konnten sparen - umweltbewusstes Verhalten wurde belohnt.

Deswegen stößt vielen Bewohnern nun übel auf, dass der Abfallentsorger aha seit Start der umstrittenen Reform 2014 jedem Einwohner eine Mindestmüllmenge von 10 Litern pro Woche vorschreibt - für die muss gezahlt werden, auch dann, wenn die Bürger kaum zu Hause sind oder nur mit Zweitwohnsitz gemeldet sind. In der Wedemark musste eine ökobewusste vierköpfige Familie bis Ende 2013 genau 148,80 Euro plus etwa 50 bis 60 Euro für Müllsäcke zahlen. Künftig sind es mit 222,60 Euro Mindestgebühr zwar nur rund zehn Prozent mehr, aber die mangelnde Flexibilität im neuen System ärgert viele Bürger.

Hannover: In der Landeshauptstadt sind für die 14-tägige Abfuhr einer 80-Liter-Tonne bei einem Haushalt mit vier Personen in einem Vier-Parteien-Mehrfamilienhaus jährlich 193,20 Euro fällig, bei einem Einfamilienhaus kostet dieselbe Müllmenge 222,60 Euro.

Bremen: Die Bremer zahlen nach der ersten kräftigen Erhöhung seit 17 Jahren nun seit Jahresbeginn für eine 120-Liter-Tonne 225 Euro jährlich. Zurzeit wird über eine Rekommunalisierung der 1998 privatisierten Müllabfuhr diskutiert, die Gewerkschaft Verdi hat ein Volksbegehren gestartet.

Braunschweig: In Braunschweig kostet das wöchentliche Leeren einer 60-Liter-Tonne 208,68 Euro, vor fünf Jahren waren es noch rund 16 Euro weniger.

Osnabrück: Die 14-tägige Abfuhr einer 80-Liter-Tonne kostet 126 Euro, 2009 lag die Gebühr bei 118 Euro.

Lüneburg: In Lüneburg beträgt die Gebühr für den 80-Liter-Behälter rund 130 Euro im Jahr, größere Preiserhöhungen hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Göttingen: In Göttingen liegt die Gebühr bei 94,88 Euro, fünf Jahre zuvor waren es gut 10 Euro weniger.

Oldenburg: Für jedes Grundstück gibt es eine Grundgebühr von 50 Euro, dazu kommen für die 80-Liter-Tonne 119,20 Euro jährlich.

Goslar: In Stadt und Landkreis Goslar sind 101,46 Euro für die 80-Liter-Tonne fällig, 2009 lag die Gebühr bei 94,80 Euro.

Hameln: Im Kreis Hameln müssen die Bürger seit 2002 unverändert 115,20 Euro für die 14-tägige Abfuhr der 80-Liter-Tonne zahlen.

Emsland: Im Landkreis Emsland zahlt eine vierköpfige Familie für die Restmüllabfuhr jährlich 126,48 Euro, seit 2005 sind die Tarife stabil. In den kommenden Monaten werden die Tonnen mit Chips ausgerüstet, um zu verhindern, dass Menschen zusätzliche Tonnen an die Straße stellen, für die keine Gebühren bezahlt werden.

Bentheim: In der Grafschaft Bentheim wurden die Müllgebühren vor zwei Jahren um 2,4 Prozent gesenkt. Eine vierköpfige Familie mit einer 40-Liter-Tonne zahlt 135,36 Euro im Jahr.

Ammerland: Im Kreis Ammerland sind die Müllgebühren in diesem Jahr gesenkt worden. Bei 14-tägiger Abfuhr zahlt ein Haushalt für Rest- und Biomüll mit 60-Liter-Tonnen 74,76 Euro statt vorher 81,60 Euro.

Celle: Zusätzlich zu einer jährlichen Grundgebühr von 76,65 Euro pro Tonne sind für jede vom Müllauto erfasste Leerung einer 80-Liter-Tonne 5,76 Euro fällig - bei zweiwöchiger Leerung unter dem Strich 191,85 Euro.

Hildesheim: Die Gebühren wurden 2002 und 2013 um jeweils zehn Prozent gesenkt. Die 14-tägige Leerung der 80-Liter-Tonne kostet 132 Euro. Illegale Müllablagerungen sind ein Problem, dass weniger mit dem Anreiz zu einer seltenen Leerung der Tonne zusammenhängt, meint die Abfallwirtschaft Hildesheim. Oft spiele die Faulheit der Menschen eine Rolle und auch Sperrmüll, der kostenlos abgeholt wird, lande in der Natur.

dpa/frs

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