Wetter in Deutschland

Viel zu nass!

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Foto: Ein kleines Mädchen läuft an der Hand ihrer Mutter durch den Regen in Hannover.

Berlin - Dauerregen in Deutschland: Nach einem trockenen ersten Halbjahr gießt nun wie aus Eimern. Mancherorts regnete es innerhalb von 24 Stunden mehr als sonst im ganzen Monat. Besserung ist derzeit nicht zu erwarten.

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und zahlreiche Verkehrsunfälle: Tief "Michaela" hat mit seinen Regenmassen in Teilen Deutschlands zahlreiche Einsätzen von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. In Nordrhein-Westfalen dauerte der Regen am Mittwoch mancherorts schon 24 Stunden an. Bis zum Abend hielt der Wetterdienst MeteoGroup beispielsweise in Köln bis zu 100 Liter pro Quadratmeter seit Regenbeginn für möglich. In Bremen rief die Feuerwehr zwischenzeitlich den Ausnahmezustand aus. Die Helfer mussten 120 Mal ausrücken, vor allem wegen vollgelaufener Keller. Ein Gewitter mit Starkregen und heftigen Böen hatte zudem Bäume umgestürzt. Teile des Zugverkehrs waren vorübergehend unterbrochen worden.

In Stolberg bei Aachen trat der Vichtbach an verschiedenen Stellen über die Ufer. Das Wasser drang in mehrere Häuser ein. Insgesamt waren rund 250 Helfer im Einsatz. In Köln musste die Feuerwehr in zahlreichen Fällen ausrücken, um Regenwasser aus vollgelaufenen Kellern und von überschwemmten Straßen zu pumpen. Die Polizei in Münster meldete doppelt so viele Verkehrsunfälle wie an normalen Tagen. Allein auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich habe es 30 Male gekracht; bei fünf Unfällen gab es Verletzte.

In Thüringen registrierte die Autobahnpolizei auf regennassen Straßen seit der Nacht zum Mittwoch 14 Unfälle mit elf Leichtverletzten. Der Sachschaden wurde auf insgesamt 200.000 Euro geschätzt. Bis zu 80 Liter pro Quadratmeter prasselten auf den Thüringer Wald.

Keine guten Aussichten

Das Juli-Monatssoll für Deutschland liegt bei 78 Litern pro Quadratmeter. Im ersten Halbjahr hatte es viel zu wenig geregnet - außer dem Mai waren alle Monate seit Januar zu trocken. In Sachsen meldete das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul (Sachsen) größere Schäden. Auf einer Fläche von etwa 50 Hektar hätten Hagelkörner am Dienstag einen Teil der Trauben zerstört, teilte das Weingut am Mittwoch mit.

Und wie geht das Wetter in Deutschland weiter? Zwar hört der Dauerregen am Donnerstag auf, aber "es bleibt unbeständig", sagte Meterologe Tobias Reinartz. Das heißt auch in den nächsten Tagen Schauer und Gewitter, wenn auch nicht flächendeckend. Am wärmsten wird es im Norden. Nur dort können sommerliche Werte um 25 Grad oder darüber erreicht werden, im Süden bleibt es deutlich kühler. Zum Endspiel am Sonntag machen die Meteorologen keine Hoffnung auf flächendeckendes Schönwetter.

dpa

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