Emsland

Vier Verletzte nach Explosion auf Erdölfeld

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Auf einem Ölfeld im Emsland ist es am Dienstagabend zu einer schweren Explosion gekommen.

Geeste - Tragische Panne bei einer Routinearbeit: Beim Aufschrauben eines Sicherheitsventils an einer Erdölbohrstelle im Emsland kommt es zur Explosion. Vier Arbeiter werden schwer verletzt. Zunächst herrscht Rätselraten über die Ursache.

Bei der Explosion auf einem Erdölfeld in Geeste im Emsland sind vier Arbeiter schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, war am Dienstagabend gegen 19.10 Uhr an einem Bohrloch des Feldes Bramberge Gas ausgetreten und explodiert. Das Feuer konnte erst am Mittwoch gegen Mittag endgültig gelöscht werden. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren laut Polizei sieben Männer mit Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten beschäftigt. Auf dem Feld in der Nähe der niederländischen Grenze wird seit dem Jahr 1958 Öl gefördert. Eine solche Explosion hat es in Deutschland seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

Nach Angaben des Betreibers, der Gaz de France Suez Exploration und Produktion (GdF Suez E&P) mit Sitz im emsländischen Lingen wurden die vier verletzten Männer mit schweren Verbrennungen in Kliniken nach Hannover, Hamburg, Dortmund und Gelsenkirchen geflogen. Es handelt sich bei den Männern im Alter von 30 bis 56 Jahren um einen Mitarbeiter von GdF und drei Arbeiter eines Subunternehmens. Über den Gesundheitszustand der Männer konnten weder die Polizei noch GdF Angaben machen. „Ihre Genesung ist das Wichtigste, was uns derzeit bewegt“, sagte Stefan Brieste von GdF der HAZ. „Alles andere ist zweitrangig.“

Wodurch sich das aus dem Bohrloch stammende Gas entzündet hat, war am Mittwoch noch unklar. „Es ist für uns überhaupt nicht verständlich, wie es zu dem Unglück kommen konnte“, sagte Brieste. Polizei, Feuerwehr und die Experten des Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als Aufsichtsbehörde konnten erst am Mittwochnachmittag mit der Ursachenforschung beginnen, weil zuvor der Brand gelöscht und die Unglücksstelle gesichert werden musste. Das Bohrloch soll nun geflutet werden, damit kein weiteres Gas austritt.

Nach Angaben von GdF-Sprecher Brieste war das Bohrloch vor Jahren stillgelegt worden und sollte nun wieder in Betrieb genommen werden. Demnach geschah das Unglück, als ein Verschluss der Bohrung entfernt wurde. Während der Arbeiten war die Bohrung nach LBEG-Angaben mit Salzwasser aufgefüllt worden. Anschließend wurde der Bohrlochverschluss demontiert.

„Beim Fortgang der Arbeiten stieg unerwartet Gas aus der Bohrung und führte anschließend zur Explosion des Gases“, teilte das LBEG am Mittwochnachmittag mit. „Die genaue Herkunft des Gases und die Zündquelle sind noch nicht bekannt.“ Der Zugang zum Bohrlochkopf werde durch den stark beschädigten Bohrturm behindert, der zunächst gesichert und abgebaut werden müsse. „Wir stehen alle unter Schock“, sagte LBEG-Präsident Andreas Sikorski, der am Mittwoch nach Geeste gereist war. „Ein solch heftiges Unglück ist seit Jahrzehnten nicht mehr geschehen.“

Ersten Erkenntnissen des LBEG zufolge ist kein Öl in die umliegenden Gewässer gelangt. Rein vorsorglich habe des Technische Hilfswerk Ölsperren aufgestellt. Eine Gefahr für Anwohner im Geester Ortsteil Osterbrock habe nicht bestanden, versicherte GdF-Sprecher Brieste.

dpa

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