Ministerium gibt Entwarnung

Die Vogelgrippe ist überwunden

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Hannover - Der Ausbruch der hoch ansteckenden Vogelgrippe H5N8 ist in Niedersachsen vorerst überwunden. Das Landwirtschaftsministerium hat am Mittwoch den Tierseuchenkrisenfall offiziell für beendet erklärt. Sperr- und Beobachtungszonen wurden aufgehoben, die Landkreise werden aufgerufen, ihre Aufstallpflichten zu überprüfen.

An zwei Stellen war in Niedersachsen die Geflügelpest kurz vor Weihnachten aufgetreten: In einem Putenmaststall im Landkreis Cloppenburg und in einem Entenmastbetrieb im Emsland. Insgesamt 131 000 Tiere mussten deshalb getötet werden, die Halter bekamen eine knappe Million Euro aus der Tierseuchenkasse. Der Betrag wäre noch höher gewesen, wenn einer der Halter mit der Zahlung der Kassenbeiträge vor dem Seuchenausbruch nicht in Rückstand geraten wäre und nun Abzüge in Kauf nehmen musste, sagte Heinrich Kölling, Referatsleiter für Tierseuchenbekämpfung im Landwirtschaftsministerium.

Tatsächlich ist nach wie vor unklar, wie das Virus in die Ställe gelangt ist. Das Friedrich-Loeffler-Institut nennt Wildvögel als mögliche Überträger - dieser Ansteckungsweg ist Grundlage für die Stallpflicht in vielen Landkreisen. Doch die beiden betroffenen Betriebe in Niedersachsen sind geschlossene Haltungen. Der Entenmastbetrieb hätte eventuell durch Streu infiziert worden sein können, das vorher vielleicht unter freiem Himmel gelagert worden sei, sagt Kölling. Doch ein Beweis hierfür werde sich nicht mehr führen lassen.

Um einen erneuten Ausbruch der H5N8-Vogelgrippe in Niedersachsen zu vermeiden, sollen die Biosicherheitsmaßnahmen aufrechterhalten werden. Das heißt, dass Geräte gereinigt werden müssen, bevor sie in den Stall gebracht werden. Fahrzeuge müssen beim Befahren des Betriebsgeländes durch ein Desinfektionsbad rollen. Vor einem Wechsel eines Betriebs sollen etwa Tierärzte oder Handwerker die Kleidung wechseln.

„Wir müssen weiter höchste Vorsicht walten lassen. Der nun von uns vollzogene Schritt bedeutet natürlich nicht, dass wir vor weiteren Ausbrüchen gefeit sind“, sagte Meyer. Der Minister rief die Landkreise dazu auf, ihre Risikobewertung zu überprüfen - ein Aufruf, über die Lockerung der Stallpflicht für Freilandgeflügel nachzudenken.

n Kein Eiermangel: Durch das mögliche Ende der Stallpflicht könnte es auch nach Ende Februar Eier von Freilandhühnern im Supermarkt geben. Würde die Stallpflicht andauern, müssten die Eier allerdings ab dann als Produkte aus Bodenhaltung verkauft werden. Bei Bioeiern droht dieser Mangel nicht: Eine EU-Verordnung erlaubt die Vermarktung mit der aufgedruckten Null auch, wenn das Huhn aufgrund einer staatlichen Anordnung länger nicht nach draußen darf - solange Futter, Platz und andere Biorichtlinien eingehalten werden. Weil außerdem in diesen Tagen die Sperre für 18 Bioeibetriebe, die mit belastetem Futter beliefert worden waren, aufgehoben werde, erwarte er keinen Eiermangel, sagte Landwirtschaftsminister Meyer.

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