Chemiefabrik in Ritterhude

Wachmann stirbt an seinen Verletzungen

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Nach der Explosion in einer Chemiefabrik in Ritterhude ist das Gebäude völlig zerstört - der Wachmann erlag nun seinen schweren Brandverletzungen.

Ritterhude - Fast eine Woche hat ein Mitarbeiter der Chemiefabrik in Ritterhude nach der Explosion in dem Werk mit dem Leben gerungen – nun ist er an seinen schweren Brandverletzungen gestorben.

Die Katastrophe bekommt damit ein neues Ausmaß. „Ich bin zutiefst betroffen“, sagte Bürgermeisterin Susanne Geils (SPD) zum Tod des 60-jährigen Wachmanns. „Die Familie hat mein Mitgefühl.“ Auch die Geschäftsleitung der Entsorgungsfirma für chemische Lösungsmittel reagierte bestürzt. Auf der Homepage erklärte die Firma: „Unsere Gedanken sind besonders bei seiner Familie, der wir mit allen unseren Möglichkeiten zur Seite stehen.“

Die Behörden und die Firma arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, das mitten in einem Wohngebiet gelegene Fabrikgelände zu sichern. „Wir wissen nicht, was da genau explodiert ist“, sagte Polizeisprecher Marcus Neumann. Experten ziehen regelmäßig Proben aus dem Boden, um zu sehen, inwieweit dieser mit Chemikalien belastet ist. Spezialisten bergen nach und nach die Trümmer. Kriminalexperten suchen währenddessen nach Spuren und dokumentieren die Aufräumarbeiten. „Erst wenn die Fabrik komplett abgetragen ist, werden wir abschließend etwas zur Brandursache sagen können“, erläuterte der Polizeisprecher. Bis ein Ergebnis vorliegt, wird es voraussichtlich Monate dauern.

Die Druckwelle der Explosion und Trümmerteile hatten rund 40 Häuser in der Nachbarschaft beschädigt. Acht Familien verloren ihr Zuhause. Ob und wann sie in ihre Häuser zurückkehren können, steht noch nicht fest. „Ein Statiker wird die Gebäude begehen und prüfen“, sagte Neumann. Die Hilfsbereitschaft in der fast 15 000 Einwohner großen Gemeinde ist nach wie vor groß. Die Stadt hat für die Betroffenen ein Spendenkonto eingerichtet. 5300 Euro sind seit vergangenem Donnerstag eingegangen. „Die Hilfsbereitschaft ist enorm“, sagte Kämmerer Daniel Plikat. Regelmäßig gehen bei ihm Anrufen von Leuten ein, die ihre Unterstützung anbieten. Auch bei Facebook kümmert sich eine Hilfsgruppe um die betroffenen Familien. Sie organisiert unter anderem Unterkünfte und veranstaltet Aktionen, um das Spendenkonto zu füllen. Am kommenden Sonntag soll es in Bremen zum Beispiel einen Flohmarkt geben.

Von Irene Güttel

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