Gefährliches Arsenal

Waffensammler „Pulver-Kurt“ steht vor Gericht

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Foto: Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz zeigt in einem Bunker des Truppenübungsplatzes Baumholder die sichergestellte Waffen- und Sprengstoffsammlung eines Rentners.

Bad Kreuznach - In zwei pfälzischen Dörfern fanden Ermittler das gefährliche Waffen- und Sprengstoffarsenal von „Pulver-Kurt“. Nun steht der Rentner in Bad Kreuznach vor Gericht. Nach seiner Darstellung wurden viele Waffen bei ihm „abgegeben“.

Ein Rentner mit dem Spitznamen „Pulver-Kurt“ soll in der Nordpfalz ein riesiges illegales Lager mit Waffen und Munition gehortet haben. Seit Mittwoch muss sich der 64-Jährige wegen seiner gefährlichen Sammelwut vor dem Landgericht Bad Kreuznach verantworten. Die Waffensammlung sei entstanden, indem andere ihm ihre Besitztümer überlassen hätten, er selbst habe keine illegal gekauft, sagte er bei Prozessbeginn. „Selbst dieses Jahr im Januar oder Februar kamen noch welche zu mir, und wollten was abgeben.“ Zudem habe er Waffen für Bekannte verwahrt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Die Räumung einer Scheune im Örtchen Becherbach hatte im Januar 2011 eine ganze Region in den Ausnahmezustand versetzt. Über Jahre hatte der Rentner heimlich haufenweise Waffen, Sprengstoff und Munition gesammelt. Die Ermittler fanden bei ihm unter anderem Panzerfäuste, eine Mine, mehrere Handgranaten und Maschinengewehre.

Der Angeklagte ist nach eigener Aussage bereits als Kind mit Waffen in Berührung gekommen - das habe seine Begeisterung dafür geweckt. „In jedem Haus im Dorf stand ein Kaliber“, erklärte er vor Gericht. Bis zu dem Fund war der 64-Jährige beim Reservistenverband der Bundeswehr aktiv und dort unter anderem für Schießsicherheit zuständig. Als die Vorwürfe bekanntwurden, habe ihm der Verband den Austritt nahegelegt. Für eine ganze Reihe von Waffen besaß der Werkzeugmacher eine Erlaubnis.

In einer angemieteten Scheune in Becherbach entdeckten die Ermittler unter anderem mehrere Kisten mit Sprengstoff auf einem Lastwagen. Das Material sei in einem so schlechten Zustand gewesen, dass es sich möglicherweise hätte selbst entzünden können, sagte ein Gutachter des Landeskriminalamtes. Mit einem Roboter wurden rund 40 Kilogramm des Stoffes auf eine Wiese vor das Dorf gefahren und gezündet. Vor dem Prozess hatte das LKA rund 50 aufwendige Waffen- und Sprengstoffgutachten erstellt.

dpa

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