Todesursache unklar

Wal-Kadaver am Strand von Juist wird untersucht

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Wal-Kadaver vor Juist: Vermutlich ist es ein Zwergwal.

Juist - Der am Wochenende auf Juist angespülte Wal ist vermutlich ein Mink- oder Zwergwal. Zu dieser Erkenntnis seien Tierärzte bei Untersuchungen am Dienstag gekommen, sagte Rainer Müller-Gummels. Sprecher des Landkreises Aurich.

Weil rund ein Drittel des Körpers fehle, sei es sehr schwierig gewesen, die Gattung zu bestimmen. Flossen habe der etwa acht Meter lange Kadaver überhaupt keine mehr gehabt, große Teile der Haut hätten auch gefehlt. Minkwale, auch nördliche Zwergwale genannt, können bis zu zehn Meter lang werden. Sie gehören zur Familie der Bartenwale, die keine Zähne, sondern dreiseitige Hornplatten im Oberkiefer haben und sich vorwiegend von Plankton und kleinen Meerestieren ernähren.

Nach Ansicht der Experten hat das Tier am Strand von Juist vermutlich schon ein bis zwei Wochen tot im Meer getrieben, bevor es auf der ostfriesischen Insel angespült wurde. Woran der Wal starb, ist noch ungewiss und lässt sich vermutlich auch nicht mehr herausfinden. Er könnte an Alterschwäche oder nach der Kollision mit einem Schiff gestorben sein, sagte Bernd Oltmanns vom Nationalpark Wattenmeer in Wilhelmshaven. Möglicherweise sei er auch vor Orientierungslosigkeit geschwächt gewesen. Es komme immer wieder vor, dass Wale sich auf dem Weg in südlichere Gefilde verirren und an den Färöer Inseln statt Richtung Nordatlantik in die Nordsee schwimmen, sagte Oltmanns.

„Wir haben immer mal wieder tote Wale am Strand, auch tote Seehunde“, sagte der Bürgermeister von Juist, Dieter Patron (parteilos). „Das ist eben die Natur.“ Zuletzt war 2005 ein toter Wal an der Insel gestrandet. Unklar ist noch, was mit dem Kadaver geschehen soll. Mit schwerem Gerät sei die Stelle, an der der Wal liege, kaum zu erreichen. Der Wal könnte zerteilt und ans Festland gebracht oder auf der Insel vergraben werden. Besondere Eile in der Entsorgungsfrage gebe es nicht, sagte Landkreissprecher Müller-Gummels. „Wir stehen nicht unter Zeitdruck.“ Von dem toten Tier gehe keine Gefahr aus. Es entstünden zwar Verwesungsgase, aber explodieren könne der Wal nicht. Durch die zahlreichen Wunden könne das Gas nämlich entweichen und das Tier würde sich nicht bis zum Zerbersten aufblähen. Um Schaulustige fernzuhalten und zu verhindern, dass Kinder auf den Kadaver klettern, soll der Bereich an der Ostspitze der Insel abgesperrt werden. Da es sich um eine geschützte Tierart handele, sei es verboten, Teile des toten Wals mitzunehmen, sagte Oltmanns von der Nationalparkverwaltung.

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