Feuer auf den Ferieninseln Mallorca, Rhodos und Kreta

Waldbrände noch nicht gebannt

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Foto: Im Hafen von Palma de Mallorca tanken Löschflugzeuge seit Stunden Wasser auf, um den Waldbrand im Westen von Mallorca zu löschen.

Palma de Mallorca - Die Gefahr ist noch nicht gebannt: Der Waldbrand auf Mallorca zählt jetzt schon zu den schlimmsten Bränden der Insel seit 1992. Die Einsatzkräfte tun, was sie können. HAZ-Redakteurin Heike Schmidt befindet sich derzeit auf Palma de Mallorca und berichtet über die Lage.

Im Hafen von Palma de Mallorca ist sie schwach zu sehen: eine schwarzgraue Rauchwolke, die hinter den Hügeln von Palma gen Himmel zieht. Wie HAZ-Redakteurin Heike Schmidt am Telefon berichtet, sind Flugzeuge des spanischen Militärs seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Im Hafen von Palma tankten sie regelmäßig Wasser auf, um dann die in Flammen stehenden Gebiete Mallorcas anzusteuern. Nur weil die See zu rau sei, würden die Löschflugzeuge über den Hafen ziehen. Mit 80 Knoten, also rund 148 km/h, seien die kleinen Flugzeuge unterwegs.

„Sie fliegen unablässig ein und aus“, erzählt Heike Schmidt. Insgesamt gebe es zehn solcher Flugzeuge, fünf davon seien nun im Einsatz. Weltweit gibt es 125 dieser Art. 5500 Liter Wasser können die Militärflugzeuge fassen – zu wenig für Waldbrände dieser Größenordnung.

2000 Hektar Wald vernichtet

Die Flammen drangen unterdessen in ein Gebiet ein, in dem das Feuer nur aus der Luft bekämpft werden könne, teilte die Regionalregierung der spanischen Balearen-Inseln am Montag in Palma mit. Dort, im Gebiet Galatzó, sei inzwischen eine Finca mit 85 Touristen evakuiert worden, hieß es. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Ausbruch des Feuers am Freitag im Nordwesten der Insel in Sicherheit gebrachten Menschen auf mehr als 800. Am Sonntag war unter anderem die Gemeinde Estellencs vollständig evakuiert worden.

Rund 400 Angehörige der Feuerwehr, des Zivilschutzes und der Militärischen Nothilfeeinheit UME bekämpften am Montag die Flammen. Sie wurden nach Tageseinbruch wieder von 28 Flugzeugen und Hubschraubern unterstützt. Die Löscharbeiten wurden den Angaben zufolge weiterhin von starken Winden behindert. Ein Feuerwehrmann wurde wegen Dehydrierung ins Krankenhaus gebracht, ansonsten wurden zunächst aber keine Verletzten oder beschädigten Häuser gemeldet.

Nach vorläufigen Schätzungen wurden bislang rund 2000 Hektar Wald im Gebiet in der Nähe der Gemeinden Andratx und Estellencs zerstört. Das bisher verheerendste Feuer auf Mallorca wurde 1992 registriert, als im östlichen Gebiet um Artà 1960 Hektar den Flammen zum Opfer fielen.

Entwarnung gab es unterdessen auf dem Festland in der Gemeinde Vallirana etwa 20 Kilometer nordwestlich von Barcelona. Dort konnte ein Waldbrand am Montagvormittag nach knapp 20 Stunden stabilisiert werden. Nach einer Evakuierungsaktion kehrten rund 200 Menschen wieder in ihre Häuser zurück.

Auch Rhodos und Kreta betroffen

Auf der griechischen Insel Rhodos war ein Feuer am Sonnabend in der Nähe des Ortes Istrios ausgebrochen und weitete sich dann aus. Den Behörden zufolge loderte die Feuerfront am Sonntag auf einer Breite von 30 Kilometern. Um mehrere Ortschaften wurden vorsorglich Brandschneisen geschlagen. Über die Gemeindebezirke Lindos und Süd-Rhodos wurde der Notstand ausgerufen, berichteten griechische Medien. Zeitweilig waren mehrere Dörfer bedroht, ein Ort wurde evakuiert. Seit der Nacht zu Sonntag wurden die Feuerwehrkräfte der Insel von Mannschaften vom Festland unterstützt. „Das einzig Erfreuliche an dieser Tragödie auf Rhodos ist, dass der Wind sich kurz nach 22 Uhr gelegt hat“, wurde der Gouverneur der Region Südägäis, Jannis Machäridis, in der Onlineausgabe der Zeitung „Ta Nea“ zitiert.

Am Sonnabend brannte es auch auf Kreta. Ein Großfeuer in der Nähe des minoischen Palastes von Phaistos im Süden der Insel vernichtete nach Medienberichten eine große Fläche Buschland, Gewächshäuser und Anbauflächen. Der minoische Palast, nach Knossos die bedeutendste Ausgrabungsstätte der Insel, sei aber nicht bedroht gewesen, meldete der griechische Rundfunk. Im Radio beschwerte sich die Bürgermeisterin der Kommune Phaistos (Festos), Maria Patrakogiorgi-Anyfantaki, ein Löschhubschrauber sei erst vier Stunden nach dem Feueralarm eingetroffen. Das Feuer konnte am Sonntagmorgen teilweise unter Kontrolle gebracht werden.

mhu/dpa

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