Vulkanausbruch in Island

Warnstufe Rot aufgehoben

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Reykjavík - Der isländische Vulkan Bárdarbunga ist ausgebrochen. In der Nacht zu Freitag strömte Lava aus einem 100 Meter langen Riss. Der Luftraum über dem größten Vulkan des Landes wurde zeitweise geschlossen. 2010 hatte der Ausbruch eines isländischen Vulkans den europäischen Luftverkehr weitgehend lahmgelegt

Nach einem Ausbruch des Vulkans Bardarbunga haben die isländischen Behörden den Luftraum rund um den Krater am Freitag vorübergehend für den Flugverkehr gesperrt und die höchste Warnstufe ausgerufen. Stunden nach der kleineren nächtlichen Eruption wurde die Warnstufe wieder gesenkt, der Überflug wurde wieder erlaubt. Asche wurde nicht ausgestoßen.

Der rund 2000 Meter hohe Bardarbunga ist ein riesiger Vulkan, der unter dem größten Gletscher Islands liegt. Ein schwerer Ausbruch könnte erhebliche Schäden anrichten und durch Aschewolken den Flugverkehr in Nordeuropa und über dem Nordatlantik behindern. Aschepartikel sind extrem schädlich für Düsentriebwerke.

Die Asche eines anderen isländischen Vulkans am Eyjafjalla-Gletscher hatte den Luftverkehr in Europa 2010 tagelang weitgehend lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge wurden damals gestrichen, gut acht Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest.

Bereits am Donnerstag hatten sich europäische Staaten auf den sich ankündigenden Vulkanausbruch vorbereitet. Die deutschen Behörden rüsteten sich für mögliche Störungen des Luftverkehrs. "Alle notwendigen Vorbereitungen für den Fall eines Vulkanausbruchs sind getroffen", sagte Minister Alexander Dobrindt (CSU) am Donnerstag. Vorgesehen seien sofortige Messungen und eine enge Abstimmung von Wetterexperten.

"Wir haben einen Aktionsplan erarbeitet, mit dem wir jederzeit auf aktuelle Situationen reagieren können", sagte Dobrindt. Zur Messung der Aschekonzentration steht ein Spezialflugzeug bereit, das beim Heranziehen einer Wolke von Norden in der Mitte Deutschlands starten kann. Sofort in Betrieb gehen können bundesweit 70 Infrarot-Laser für Messungen in bis zu zwölf Kilometern Höhe.

Der Bardarbunga ist seit zwei Wochen aktiv, seitdem bebte dort die Erde hunderte Male. Allein am Dienstag wurde der Krater binnen einer Stunde mehr als 20 Mal erschüttert. Die Eruption in der Nacht zum Freitag führte nach Angaben der Wissenschaftler zu einem rund einen Kilometer langen Riss in einem Lavafeld nördlich des Vulkans. Die abgelegene Region ist seit Tagen für Besucher gesperrt. Ansiedlungen gibt es in der Gegend nicht, lediglich einige Zeltplätze und Hütten für Wanderer und Jäger sind in der Nähe des Bardarbunga zu finden.

dpa/mic

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