Krankenkassen warnen

Weihnachten ist ungesund!

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Foto: Eine Krankenkasse warnt: Beim Fest steigt die Zahl der Herzinfarkte jedes Jahr stark an.

- Einkaufen, Organisieren, Familienbesuche: Das Fest der Liebe ist nicht gut fürs Herz. Die DAK warnt: In den Weihnachtstagen steigt die Zahl der Infarkte jedes Jahr stark an.

Weihnachten gilt als besinnliche Zeit. Verwöhnen und verwöhnen lassen, ausspannen, durchatmen – so soll es sein. Doch Partner, Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Nachbarn und Freunde, die man ewig nicht gesehen hat – sie alle wollen bedacht, beschenkt, besucht, beherbergt und bewirtet werden. Das verursacht Stress.

Das Fest der Liebe ist nicht gut fürs Herz. Das hat jetzt auch die Krankenkasse DAK beim Blick auf ihre mehr als sechs Millionen Mitglieder herausgefunden. An Weihnachten werden demnach 30 Prozent mehr Menschen wegen eines Herzinfarktes in eine Klinik eingeliefert als im Durchschnitt. Natürlich gebe es Schwankungen bei solchen Zahlen. „Die Häufung zu Weihnachten in allen vier aufeinanderfolgenden Jahren ist aber sehr auffällig“, heißt es bei der DAK. Die Krankenkasse vermutet Stress als Grund für den Anstieg. Denn neben dem privaten Stress vor dem Fest sei es bei vielen auch am Arbeitsplatz stressig vor den freien Tagen, weil noch viel vom Schreibtisch geschafft werden soll oder die dünn besetzten Tage zwischen den Jahren geplant werden müssen.

Männer besonders gefährdet

Männer sind an Weihnachten besonders gefährdet. Ihr Anteil an den Herzinfarkten liegt mit 60 Prozent höher als im Jahresschnitt. Bei der Deutschen Herzstiftung rät man Männern und Frauen, beim kleinsten Verdacht auf einen Infarkt über 112 einen Krankenwagen zu rufen – auch an Weihnachten. Mehr als 300 000 Menschen erleiden in Deutschland pro Jahr einen Herzinfarkt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Todesursache Nummer eins. Im Vorjahr waren sie Ursache bei mehr als 40 Prozent der Todesfälle.

Es ist nicht der Weihnachtsstress allein, der das Herz beschwert. Ungesunde Ernährung und Bewegungsarmut sind neben dem Rauchen ein besonderes Risiko. Viele versuchen, mit frei erhältlichen Mittelchen ihren Lastern entgegenzuwirken, nach dem Sprichwort: „Safran und Salbei putzen die Adern frei.“ Auch als Weihnachtsgeschenk sind solche Pillen beliebt. Prof. Helmut Gohlke, Mitglied im Vorstand der Deutschen Herzstiftung, kann die oft überteuerten Präparate nicht empfehlen. Er hat stattdessen einen einfachen Tipp: „Wer sich wirklich vor Herzinfarkten schützen möchte, sollte sein Geld lieber in neue Turnschuhe oder gute Wanderschuhe investieren.“

Tipps gegen Stress

Die DAK hat auch gleich ein paar Tipps für ein stressarmes Fest zusammengestellt. Perfektionismus sei nicht ratsam, die eigenen Erwartungen sollte man herunterschrauben. Auch sei es sinnvoll, die gesamte Familie mit in die Planungen einzubeziehen. Zudem solle man Zeit für sich selbst einplanen.

Falls also der Baum mal wieder schief steht, die Kekse trocken sind, die Mandarinen schimmelig und die Geschenke auch anders als gewünscht: ruhig mal an die Pumpe denken.

Gerd Schild

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