50-jähriges Jubiläum

Weil lässt das Konkordat hochleben

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Feierstunde: Stephan Weil, Annette Schavan und der Apostolische Nuntius Nikola Eterovic (v. l.)

Hannover - Vor 50 Jahren zerbrach die damalige rot-gelbe Landesregierung an einem Staatsvertrag mit der Kirche. Jetzt feierte das Niedersachsen-Konkordat Jubiläum, und erfreut sich an einem guten und vertrauensvollen Verhältnis zu den Kirchen, wie Ministerpräsident Stephan Weil bei seiner Festrede betonte.

Feiern zum langjährigen Bestehen des Niedersachsen-Konkordats sind heutzutage keine Hochrisiko-Veranstaltungen mehr. Das war vor 50 Jahren anders, als sich die damalige rot-gelbe Landesregierung dazu durchrang, einen Staatsvertrag mit dem „Heiligen Stuhl“ abzuschließen – mit dem Vatikan.

Im damals sehr protestantisch geprägten Niedersachsen, das von kirchenfernen Freidemokraten mitregiert wurde, galt das als provokativ – die Koalition zerbrach.

Die Erinnerung an heiße Zeiten

Am Donnerstag gab es eine Feierstunde zum 50-jährigen Bestehen des Konkordates. Dazu reiste sogar der Botschafter des Papstes an, der Apostolische Nuntius Nicola Eterovic. Ministerpräsident Stephan Weil erinnerte im Alten Rathaus an die heißen Zeiten. Inzwischen habe man längst ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu den Kirchen entwickelt, sagte er. Staat und Kirche könnten sich hervorragend ergänzen. Deshalb habe man derartige Verträge auch mit den Jüdischen Gemeinden abgeschlossen und verhandele mit den Muslimen.

Das Konkordat sichert Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, Gefangenenseelsorge, Ausbildung von Lehrern und anderes. „Das hilft auch der Gesellschaft“, meint Prälat Felix Bernard vom Katholischen Büro - der Verbindungsstelle zum Staat. Festrednerin Annette Schavan, früher Wissenschaftsministerin und heute deutsche Botschafterin im Vatikan, differenzierte einen viel zitierten Satz: „Der Islam gehört zu Deutschland, insofern er eine Quelle für das Selbstverständnis von muslimischen Bürgern ist.“

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