Streik wird fortgesetzt

Weiter Staus vor geschlossenen Schleusen

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Foto: Beschäftigte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Niedersachsen und Bremen demonstrieren am Dienstag auf dem Maschsee in Hannover.

Hannover - In Niedersachsen und Bremen sitzen Dutzende Schiffskapitäne am Mittwoch weiter vor geschlossenen Schleusen fest. Die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung setzten ihren am Vortag begonnenen Streik fort.

Dies teilte eine Sprecherin der Gewerkschaft ver.di mit. Vor der gesperrten Schleuse am Elbe-Seiten-Kanal in Uelzen stauten sich bis zum Mittag 32 Schiffe, erklärte eine Mitarbeiterin der Schifffahrtsverwaltung. Auch bei Salzgitter gehe nichts mehr.

Im Großraum Wilhelmshaven und in Oldenburg sei die Arbeit dagegen wieder aufgenommen worden, sagte die zuständige Verdi-Mitarbeiterin Regina Stein. Auch in Hannover waren an der Hindenburg-Schleuse am Mittellandkanal am Vormittag die zuvor blockierten Schiffe geschleust worden, teilte eine Behördensprecherin mit. Diese Schleuse soll aber ab 14 Uhr wieder geschlossen sein.

Nach Angaben der Gewerkschaft soll am Nachmittag darüber beraten werden, ob die Arbeitsniederlegungen am Donnerstag fortgeführt werden. Dies sei sehr wahrscheinlich.

Grund für den Streik ist der geplante Umbau der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, dem nach Befürchtungen der Gewerkschaft bis zu 3000 der 12 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen könnten. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt hatte den Streik am Vortag als unangemessen hart kritisiert. Grob kalkuliert betrage der Schaden bei einem liegenden Schiff 1500 bis 2000 Euro pro Tag.

Die geplante Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

Die von der Bundesregierung geplante Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sieht vor, dass die Direktionen in Hannover, Aurich, Kiel, Mainz, Magdeburg, Münster und Würzburg bis 2020 schrittweise aufgelöst werden. Die Aufgaben sollen in einer neuen Generaldirektion in Bonn gebündelt werden, die im Mai ihre Arbeit aufgenommen hat.

Die Zahl der bundesweit 12.500 Mitarbeiter soll ohne Entlassungen auf rund 10 000 sinken. Die Verwaltung der Wasserstraßen soll effizienter organisiert und der Ausbau auf wichtige Güterstrecken konzentriert werden. Dafür wurden die 7300 Kilometer Binnenwasserstraßen nach Frachtmenge und volkswirtschaftlicher Bedeutung kategorisiert. Ein Ausbau ist angesichts knapper Mittel künftig nur noch in Wasserstraßen der wichtigsten Kategorie vorgesehen - dazu gehören etwa Rhein, Main, Mosel, Mittellandkanal und Main-Donau-Kanal.

dpa

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