Ausschreitungen in Ferguson

Weiter Unruhen nach Tod von US-Teenager

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St. Louis - Nach dem Tod eines 18-Jährigen in Ferguson, einem Vorort von St. Louis im US-Bundesstatt Missouri, ist es in der fünften Nacht in Folge zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Der 18-Jährige soll von der Polizei erschossen worden sein.

Nach dem Tod eines schwarzen Jugendlichen in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri ist es die fünfte Nacht in Folge zu Protesten gekommen. In der Nacht zum Donnerstag setzten Polizisten laut US-Medienberichten Tränengas und Rauchbomben ein, um die Demonstration aufzulösen. Nach Polizeiangaben warfen einige Demonstranten Molotowcocktails und versuchten Polizisten anzuzünden. Augenzeugen sprachen von schwer bewaffneten Polizisten in Militäruniformen mit Schutzwesten, berichtete die Zeitung "St Louis Post-Dispatch".

In den Straßen standen sich Polizisten und Hunderte Demonstranten gegenüber. Zuvor hatte ein Protestmarsch nahe der Stelle, an der ein 18-Jähriger von einem Polizisten erschossen wurde, geendet. Michael Brown soll seinen Todesschützen bei einer Auseinandersetzung in sein Dienstfahrzeug gedrängt haben. Zeugen berichteten dagegen, der Jugendliche habe sich kurz vor seinem Tod ergeben und als er erschossen wurde, die Hände in die Höhe gehalten. Einige Demonstranten hielten bei den Protesten vom Mittwochabend die Arme über den Kopf und skandierten "Hände hoch! Nicht schießen!", berichtete der Sender "Fox News". Sie spielten damit auf den Tod von Brown an. Sie riefen auch: "Keine Gerechtigkeit, kein Frieden!"

Zwei Journalisten, die über die Proteste berichteten, wurden vorübergehend festgenommen, später aber wieder freigelassen. Einer der beiden berichtete nach Angaben der Zeitung "St Louis Post-Dispatch", Polizisten hätten ihn gewaltsam gegen einen Getränkeautomaten geschleudert, als sie versuchten, das Lokal zu räumen. Ein 19-jähriger Mann, der bei Protesten in der vorangegangenen Nacht von Polizisten angeschossen wurde, schwebte in einem Krankenhaus in Lebensgefahr.

Die überwiegend schwarzen Bewohner der Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern fordern eine umfassende Aufklärung des Vorfalls, was US-Justizminister Eric Holder bereits versprochen hat. Doch da die Polizei den Namen des verantwortlichen Beamten zu dessen Schutz geheim hält, wird ihr vorgeworfen, den umstrittenen Fall verschleiern zu wollen. Demonstranten fordern die Bekanntgabe des Namens.

Um die Lage in Ferguson zu beruhigen, sollen die Schulen am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben. Nach dem Tod des Teenagers war es seit der Nacht zum Sonntag wiederholt zu Protesten, Plünderungen und Dutzenden Festnahmen gekommen.

dpa

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