Statistisches Bundesamt

Weniger Adoptionen in Deutschland

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Foto: Immer weniger Kinder werden in Deutschland adoptiert.

Wiesbaden - Patchwork-Familien – aus gescheiterten Beziehungen neu zusammengesetzt – nehmen die meisten Adoptivkinder auf. Insgesamt sinkt die Zahl der Adoptionen.

Die Zahl der Adoptionen geht in Deutschland weiter zurück. Im Jahr 2013 wurden 3793 Kinder adoptiert – 2,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Adoptionen gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag in sogenannten Patchwork-Familien: Mehr als die Hälfte (59 Prozent) der Kinder wurde von Stiefeltern angenommen, also von neuen Partnern ihrer leiblichen Väter oder Mütter. Auch 2012 hatte es einen Rückgang bei Adoptionen gegeben. Vor 20 Jahren wurden noch fast 8700 Kinder adoptiert.

Der Anteil der Adoptionen in Patchwork-Familien könnte mit der großen Zahl von Scheidungen zusammenhängen, denen häufig Verbindungen mit neuen Partnern folgen. Mehr als jede dritte Ehe (36 Prozent) in Deutschland wird geschieden. 2013 waren es 169.800. Fast die Hälfte der Paare hatte gemeinsame minderjährige Kinder. Betroffen waren rund 136.000 Mädchen und Jungen.

Nach wie vor gibt es deutlich mehr potenzielle Adoptiv-Eltern als -Kinder, obwohl auch ihre Zahl sinkt. Am Jahresende waren laut Bundesamt 817 Kinder und Jugendliche für eine Adoption vorgemerkt, zur gleichen Zeit lagen in den Vermittlungsstellen 5362 Bewerbungen vor. Rein rechnerisch bewarben sich also sieben Eltern um ein Kind.

dpa

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