Schlafbaustellen auf Autobahnen

Wenn die Bagger schlummern

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Foto: Mit den Ferien steigt der Frustfaktor auf den deutschen Autobahnen.

Berlin. - Pünktlich zur Ferien- und Wahlkampfzeit wärmt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine alte Idee auf: Autofahrer sollen sogenannte Schlafbaustellen über eine Internetseite melden. Für den Stillstand auf manchen Baustellen macht Ramsauer die Bundesländer verantwortlich.

Mit den Ferien steigt der Frustfaktor auf den deutschen Autobahnen. Riesige Wagenkolonnen und kilometerlange Staus zerren an den Nerven der Urlauber, die eigentlich möglichst schnell am Urlaubsziel ankommen wollen. In Wahlkampfzeiten kann sich kein Verkehrsminister dieses Thema entgehen lassen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wärmt deswegen nun ein alte Idee auf. Autofahrer sollen dabei helfen, Staus zu vermeiden. Sie sollen sogenannte Schlafbaustellen melden, die den Fluss auf den Autobahnen hemmen. Jeder kenne das doch, sagte Ramsauer den „Ruhr-Nachrichten“: „Sie fahren an einer Baustelle vorbei, auf der augenscheinlich keiner arbeitet und die Bagger am Straßenrand schlummern.“

Ramsauer macht Bundesländer verantwortlich

Bereits vor zwei Jahren hatte der Verkehrsminister den sogenannten Baustellenmelder eingeführt. Auf der Internetseite www.bmvbs.de/baustellenmelder können aufmerksame Autofahrer ihrem Frust über den Stillstand am Bau Luft machen. Innerhalb von zwei Jahren gingen 2502 Meldungen ein. Rund drei Viertel davon bemängelten fehlende Fortschritte auf den Autobahnen, der Rest betraf Landstraßen. Vor allem die Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen sind aktiv. Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Meldungen kamen von dort. Rheinland-Pfalz (10 Prozent), Niedersachsen (9 Prozent) und Hessen (8 Prozent) folgen.

Dabei sind es vor allem Strecken in den westdeutschen Ballungsräumen, die den Autofahrern ein Dorn im Auge sind. Baustellen auf der Autobahn 1 und auf der Autobahn 3 – am Kreuz Leverkusen oder zwischen Wermelskirchen und Remscheid – werden oft gemeldet. Ramsauer macht für diese Missstände in erster Linie die Bundesländer verantwortlich. Bei Ausschreibungen müsste zukünftig darauf geachtet werden, dass kurze Bauzeiten vertraglich festgelegt und auch umgesetzt werden, sagte der Minister.

Zuspruch aus der Autofahrerlobby ist Ramsauer wohl sicher, auch wenn er verhalten ausfällt. „Es ist sicher gut, wenn Bauzeiten verkürzt werden“, sagte ein Sprecher des ADAC.

Kai Kollenberg

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