Brandstiftung

Und wieder brennt es im Kreis Hameln

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Die Aerzener Feuerwehr war zwar schnell vor Ort, dennoch explodierte das Wohnmobil auf dem Ziegeleigelände.

Aerzen - Im Kreis Hameln geht weiterhin ein unbekannter Serienbrandstifter um. Dieses Mal brannte ein Wohnmobil. Es war der 15. Brand innerhalb weniger Wochen.

Die Polizei im Kreis Hameln-Pyrmont sucht weiter nach einem mutmaßlichen Serienbrandstifter. Er hat einen weiteren Brand gelegt; am Mittwochabend brannte in Aerzen ein Wohnmobil. Bei dem Feuer auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei brannte es vollständig aus. Dabei kam es zu einer Explosion, Menschen wurden allerdings nicht verletzt. Es ist bereits der 15. Brand der Serie, die Polizei und Feuerwehr seit Anfang Oktober in Atem hält. Trotz zahlreicher Hinweise aus den Gemeinden Aerzen und Emmerthal hat die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe noch immer keine heiße Spur. Der verursachte Schaden geht in die Hunderttausende.

Das Muster der Taten ist immer gleich; ein oder mehrere Unbekannte legen abends Brände in unbewohnten Gebäuden wie Gartenhäusern, Lagerhallen oder Vereinsheimen. „Neu ist, dass dieser Brand zum ersten Mal mitten im Ort gelegt wurde. Das Ganze kommt jetzt immer mehr in Schwung“, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Jörg Grabandt. Aufgrund der verstärkten Alarmbereitschaft der Feuerwehr und einem Treffen im Feuerwehrhaus, das dort zufällig stattfand, habe man das Feuer zwar schnell löschen können. „Wir waren nach zwei Minuten in den Autos“, sagt Grabandt. „Doch unter normalen Umständen hätte das ganz anders ausgehen können“, sagt der Sprecher mit großer Sorge. In den beiden Gemeinden Aerzen und Emmerthal, die mit ihren Ortsteilen 10 800 beziehungsweise 10 100 Einwohner zählen, sei das Unwohlsein unter den Bürgern groß: „Ich gucke abends auch aus dem Fenster“, meint Grabandt. Auch bei den Feuerwehrleuten von Ortsbrandmeister Heinz Brand gibt es im Moment nur eine Parole: Durchhalten. „Unsere Leute sind sehr müde bis genervt. Aber wir haben keine Schwierigkeiten, ausreichend Personal vor Ort zu haben. Auch Sprecher Grabandt bekräftigt: „Über unsere Motivation zwingt uns der Täter nicht in die Knie.“ Die Polizei möchte sich zu ihrer Ermittlungsstrategie nicht äußern, um dem Täter keine Hinweise zu liefern.

Von Sabrina Mazzola 
und Ulrich Behmann

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