Niedersachsen-Monitor 2013

Wieder mehr Niedersachsen


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Foto: Niedersachsen kann sich über ein Bevölkerungsplus freuen.

Hannover - Erstmals seit sieben Jahren steigt die Bevölkerung in Niedersachsen wieder an. Aber in keinem anderen Bundesland ist der Geburtenrückgang so stark wie hier.

Niedersachsen zählt nun 7,77 Millionen Einwohner. „Das ist ein erfreulicher Trend“, sagten Eckart Methner und Prof. Lothar Eichhorn vom Landesbetrieb für Statistik (LSKN). Die Wende in der Entwicklung hat einen Grund – mehr Menschen aus europäischen Nachbarländern sind nach Niedersachsen gekommen, haben einen Job gefunden und sind hier heimisch geworden.

Das LSKN, das jedes Jahr die Veränderungen in der Gesellschaft nachzeichnet, bilanziert die Zahlen zu Beginn des Jahres 2013. Ein Jahr zuvor lebten rund 4700 Menschen weniger in Niedersachsen. Beim Saldo der Zuwanderung – das ist der Vergleich von Zu- und Fortzügen – stehen die Polen mit rund 8000 Menschen an der Spitze, gefolgt von Rumänen (plus 2200), Russen (plus 1500) Bulgaren (plus 1400), Ungarn (plus 1200), Griechen (plus 1150) Spaniern (plus 1100) und Italienern (plus 990).

LSKN-Sprecher Eichhorn verweist auf die Beziehung zur Arbeitslosigkeit, die sich in den vergangenen fünf Jahren in Spanien und Griechenland verdoppelt bis verdreifacht habe: „Entsprechend wird dort der Druck zunehmen, im Ausland eine Arbeit zu finden. Weil in Deutschland und besonders auch in Niedersachsen die Bedingungen gut sind, sind wir für Arbeitssuchende attraktiv.“

So sehr die Zuwanderung die Einwohnerzahl stabilisiert, so unverändert stark bleibt aber ein entgegengesetzer Trend: Die Geburtenzahl ist besonders niedrig. Zwar hat sich im Vergleich der Jahre 2012 mit 2011 die Situation leicht entspannt, im Fünfjahresvergleich fallen aber die Rückgänge auf: Zwischen 2007 und 2012 sind die Geburten in Niedersachsen um 5,9 Prozent zurückgegangen. In keinem anderen Bundesland war diese Entwicklung so ausgeprägt.

Über die Gründe dafür gibt es keine Klarheit, sie sind weitgehend unerforscht. Möglich wäre, dass junge Frauen verstärkt in Großstädte ziehen und dort Kinder bekommen – denn Berlin, Hamburg und Bremen stehen in der Geburtenstatistik weitaus besser da als Niedersachsen, im Übrigen gilt das auch für die ostdeutschen Bundesländer. Eine andere Erklärung wäre, dass die Menschen in Niedersachsen häufiger als in anderen Ländern auf Nachwuchs verzichten.

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) kündigte Hilfen für jene an, die aus dem Ausland nach Niedersachsen kommen: „Wir wollen Zugewanderten die volle Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen.“ Niedersachsen weite zudem das Angebot an Kindergärten und Ganztagsschulen aus, damit Beruf und Familie besser vereinbar werden. Die Wirtschaft sei gefordert, flexiblere Arbeitszeitmodelle anzubieten.

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