Kein neuer Papst.

Wieder schwarzer Rauch über dem Vatikan

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Schwarzer Rauch: Auch am Mittwochvormittag gab es keinen neuen Papst.

Rom - Spannung in Rom: Auch am zweiten Tag der Papstwahl blicken alle gespannt auf den Schornstein, der die Entscheidung des Konklaves verkünden soll. Eine erste Rauchmeldung aber war wie am Dienstagabend schwarz. Die Gläubigen müssen also weiter auf ein neues Staatsoberhaupt warten.

Die Suche nach dem künftigen Oberhaupt der katholischen Kirche geht weiter. Schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle signalisierte am Mittwoch, dass ein neuer Papst auch im zweiten und dritten Wahlgang nicht gefunden wurde. Offen bleibt, welches Profil - zwischen Bewahrer und Modernisierer - der nächste Pontifex Maximus haben wird. Die Zahl möglicher Nachfolger des zurückgetretenen Benedikt XVI. - vor allem aus Nord- und Südamerika sowie Italien - wird größer.

Trotz nasskalten Wetters versammelten sich erneut zahlreiche Menschen auf dem Petersplatz in Rom. Auf Großbildschirmen dort und im Fernsehen war wie schon zu Beginn des Konklaves am Vortag der berühmteste Schornstein der Welt zu sehen.

Nach der Frühmesse hatten die 115 wahlberechtigten Kardinäle erneut darüber abgestimmt, wer künftig die katholische Kirche führen soll. Vorgeschrieben sind bis zu vier Urnengänge pro Tag im streng abgeschotteten Konklave - im Nachmittag also weitere zwei.

Vatikan- Beobachter rechneten damit, dass die Kardinäle noch in dieser Woche einen der ihren auf den Stuhl Petri heben werden, um die Weltkirche der 1,2 Milliarden Katholiken zu leiten.

Nach dem ersten Wahlgang am Dienstagabend war schwarzer Rauch aufgestiegen. Erst weißer Rauch zeigt an, dass in dem Konklave der 266. Papst in der Geschichte der katholischen Kirche gewählt worden ist.

Der Nachfolger von Benedikt XVI. muss mindestens 77 Stimmen bekommen. Eine Reihe von Favoriten hat sich Spekulationen zufolge herauskristallisiert.

Als Top-Kandidaten nennen italienische Zeitungen weiterhin den Mailänder Erzbischof Angelo Scola (71) und den Brasilianer Odilo Pedro Scherer (63) aus São Paulo. Aufwind habe der kanadische Außenseiter und „Mann des Kompromisses zwischen Reformern und Getreuen der Kurie“, Marc Ouellet (68), schreibt „La Repubblica“. Neu im engeren Kreis der Favoriten sei Primas Peter Erdö (60) aus Ungarn. Er steht für einen konservativen Katholizismus und behutsame Reformen.

Der argentinische Kardinal Jorge Bergoglio (76) war beim letzten Konklave noch der stärkste Kontrahent Joseph Ratzingers, heute gilt der Erzbischof von Buenos Aires und Primas Argentiniens als geeigneter Mann einiger Reformer. Weiterhin werden den US-Kardinälen Timothy Dolan (63) und Patrick O’Malley (68) Chancen eingeräumt.

Die Gewänder des neuen Kirchenoberhauptes aus der päpstlichen Hofschneiderei Gammarelli in Rom sind bereits in drei Größen angefertigt. Neben den Roben aus weißer Baumwolle haben Gammarelli und sein Team für den künftigen Papst auch die Mozzetta, einen Schulterumhang aus rotem Samt und gesäumt mit weißem Pelz, sowie ein Paar Schuhe aus rotem Leder vorbereitet.

dpa/sag

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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