Heidekreis

Wieder wurde ein Wolf überfahren

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Soltau - Ein Wolf ist im Heidekreis auf der Bundesstraße 71 überfahren worden.Das ausgewachsene, männliche Tier, wurde am Montag getötet. Immer wieder geraten die Raubtiere in den Straßenverkehr. Trotzdem wächst die Wolfspopulation in Niedersachsen.

Der getötete Wolf wird nun im Leibniz-Institut für Zoo und Wildtierforschung in Berlin untersucht, teilten das Wolfsbüro des Landesbetriebs NLWKN und die Landesjägerschaft am Dienstag mit. Im April waren zwei Wölfe auf der A7 in der Wedemark und im Mai im Landkreis Cuxhaven überfahren worden.

Experten haben in diesem Jahr bei sechs von sieben Wolfsrudeln in Niedersachsen Nachwuchs nachgewiesen. Auf Bildern von Fotofallen bei einem Wolfsrudel im Raum Gartow (Kreis Lüchow-Dannenberg) sind mindestens zwei Welpen erkennbar. "Wolfsbüro und Jägerschaft gehen derzeit von rund 70 Wölfen im Land aus", sagte NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. Der bundesweite Bestand wird derzeit auf rund 350 Tiere geschätzt.

Ärger bei Tierhaltern

Wölfe ernähren sich hauptsächlich von Wildtieren, hin und wieder erlegen sie zum Ärger von Tierhaltern auch Nutztiere. So haben Wölfe seit November 2008 in Niedersachsen 91 Mal Schafe, Damwild und Rinder gerissen. In mehr als 54 Fällen seit 2008 kam der Wolf dagegen nachweislich nicht als Verursacher in Frage, heißt es nach Untersuchungen der Behörden.

Die Ausbreitung der Wölfe in Niedersachsen wird wissenschaftlich dokumentiert. Dabei helfen unter anderem 100 Wolfsberater. Bis zum Jahresende hat das Umweltministerium 450 000 Euro für Präventionsmaßnahmen wie Wolfszäune und Hütehunde eingeplant. Weitere 50 000 Euro stehen als Ausgleich für Schäden für getötete Nutztiere bereit. Mit dem erwarteten Anstieg der Wolfszahlen werden auch die Kosten steigen: Für die Jahre 2016 und 2017 rechnet das Land jährlich mit Kosten in Höhe von rund 800 000 Euro.

dpa

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