40 Jahre Serengeti-Park

Wo die wilden Tiere wohnen ...

+
Foto: Seit 40 Jahren können sich die Niedersachsen mitten in der Lüneburger Heide wie auf einer Safari in Afrika fühlen.

Hodenhagen - Afrika ganz nah – in der Lüneburger Heide kann man seit 40 Jahren Löwen, Elefanten, Nashörner und Giraffen aus unmittelbarer Nähe erleben. Der Serengeti-Park feiert Geburtstag.

Molly und Doris sind dieser Tage besonders gefragt. Im Serengeti-Park, der am Samstag und die ganze Saison über seinen 40. Geburtstag feiert, werden die beiden Breitmaulnashörner aus Südafrika als dienstälteste Bewohner präsentiert. Seit 1974 leben beide in Hodenhagen im Heidekreis. „Molly ist mit 53 Jahren sogar das älteste Breitmaulnashorn der Welt“, erzählt Parkchef Fabrizio Sepe stolz bei einer Geländewagenfahrt durchs nachempfundene Afrika. Das sei durch verlässliche Daten in internationalen Zuchtbüchern bewiesen. Und es zeige, wie gut es Molly und der ein Jahr jüngeren Doris in der Heide ergangen sei. Die beiden streifen zurzeit mit neun Artgenossen durch das Freigehege in Hodenhagen. Allein Molly hat hier elf Junge zur Welt gebracht.

Die Nashörner, Löwen, Giraffen und 1500 anderen mehr oder weniger exotischen Tiere sind aus der Heide inzwischen kaum wegzudenken.

Anfangs waren manche in der Umgebung befremdet, als der damalige Bürgermeister über eine Grundstücksgesellschaft überraschend 120 Hektar Wälder und Wiesen an eine amerikanische Gesellschaft namens „Wild Animal Kingdom“ verkaufte. Geschäftsführer war der Italiener Paolo Sepe, Vater von Fabrizio und Veronica, die heute den Park mit ihrem Cousin Giovanni leiten. Der Anfang war alles andere als leicht: Die international agierende Investmentgesellschaft ging schnell in Konkurs, erst nach einem sechs Jahre währenden Kampf vor Gericht ging der Hodenhagener Park 1982 in den Besitz der Familie Sepe über.

1988 erweiterte Paolo Sepe den Tierpark um eine „Freizeitwelt“. Zum ersten Nostalgiekarussell kamen Riesenrad, Achterbahn und immer neue Fahrgeschäfte dazu. Spätestens die Öffnung der innerdeutschen Grenze 1989 brachte den Durchbruch.

Obwohl der Park ohne öffentliche Zuschüsse auskommen muss, kann Fabrizio Sepe von einem „kerngesunden Unternehmen“ sprechen, das in der Hochsaison mehr als 350 Mitarbeiter beschäftigt. Der 44-Jährige und die anderen Verwandten des 2007 verstorbenen Patriarchen haben das Erbe stetig vergrößert. Zum um 70 Hektar erweiterten Gelände gehören inzwischen auch 120 rustikale „Lodges“ sowie ein Wohnmobilstellplatz.

Fabrizio, der 1974 als Vierjähriger nach Hodenhagen kam, hat von Anfang an eine besondere Beziehung zu den wilden Tieren gehabt. „Einmal habe ich ein Babykrokodil in der Jackentasche mit in die Grundschule genommen“, erzählt er. „Da sind auch die brutalen Jungs, die mich immer als Spaghettifresser verspottet hatten, schreiend aus der Klasse gelaufen.“

Als besonders emotionalen Moment nennt Sepe die Geburt des ersten afrikanischen Elefantenbabys in Norddeutschland 2006. Es sei eine schwierige Geburt gewesen: Eine Million Euro wurde unter anderem in einen neuen Stall investiert, 40.000 Euro kostete allein der Bulle. Dann brauchten die Elefantendamen lange, sich an den Neuzugang zu gewöhnen. Nach vier Jahren erst wurde eine schwanger. Als nach 22,5 Monaten Tragezeit die Entbindung bevorstand, schlief Fabrizio Sepe selbst drei Nächte im Stall. „Wir wollen den Tieren das bestmögliche Leben in Gefangenschaft ermöglichen“, sagt er. „Dazu gehört eine Familie.“

3586075

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare