Michael Schumachers Familie

„Wir müssen geduldig sein“

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Foto: Mehr als 70 Tage im Koma: Michael Schumacher.

Melbourne - Aufgewacht ist Michael Schumacher noch immer nicht. Die Familie aber hofft natürlich weiter. Auch weil es entsprechende Anzeichen gibt. Begreifen können die Angehörigen die Schwere der Kopfverletzung noch immer nicht richtig.

Michael Schumacher liegt auch mehr als 70 Tage nach seinem Skiunfall weiter im künstlichen Koma, seine Familie gibt die Hoffnung auf ein Erwachen aber nicht auf. „Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen. Aber wir wissen auch, dass wir geduldig sein müssen“, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch durch Schumachers Managerin Sabine Kehm.

Mehr als zwei Monate nach dem so folgenreichen Sturz von Schumacher im Skigebiet oberhalb von Méribel in Frankreich seien die"sehr" ernsten Verletzungen immer noch schwer zu begreifen. „Auch weil es eine so banale Situation war, in der Michael verunglückte, nachdem er zuvor so viele brenzlige Situationen überstanden hatte“, erklärte Schumachers Familie.

Schließlich kam der Rekordweltmeister in fast zwei Jahrzehnten und mehr als 300 Rennen in der Formel 1 fast immer unbeschadet davon. Bei seinem schwersten Unfall 1999 in Silverstone hatte sich Schumacher im Ferrari einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen.

In Méribel hatte Schumacher eigentlich mit Freunden und Familie wieder zusammen Silvester und seinen 45. Geburtstag am 3. Januar feien wollen. Bei seinem Sturz hatte er aber die Kontrolle verloren, nachdem er über einen nicht sichtbaren Felsen gefahren war. Danach war Schumacher mit dem Kopf auf einen anderen Felsen geprallt und hatte sich ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen.

Zu schnell war Schumacher dabei nicht unterwegs gewesen, hatten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Albertville ergeben. Ein Fremdverschulden lag auch nicht vor.

Unmittelbar nach seiner Einlieferung in das Universitätskrankenhaus von Grenoble mussten die Ärzte Schumacher notoperieren. Ein weiterer Eingriff an Schumachers Kopf am zweiten Abend nach dem Sturz folgte, Lebensgefahr bestand weiterhin. Über eventuelle weitere Eingriffe wurde offiziell nichts bekannt. Eine Lungenentzündung, wie sie bei Komapatienten häufig vorkommt, überstand Schumacher auch.

Mit der Familie leiden auch Freunde, (Ex-)Kollegen und Fans weltweit. Seit dem 16. Januar veröffentlicht sein ehemaliger Ferrari-Rennstall auf seiner Homepage unter der Rubrik „Forza Michael“ 72 Botschaften und Genesungswünsche – für jeden Sieg in einem Wagen der Scuderia einen. „Es tut gut zu sehen, wie viel Anteilnahme seiner Familie entgegen gebracht wird, und ich darf sagen, dass sie wirklich dankbar dafür ist“, hieß in der Mitteilung durch Managerin Kehm.

Allerdings bat die ehemalige Journalistin abermals auch darum, die Privatsphäre der Familie zu achten. Es sei „eine sehr intime und auch fragile Angelegenheit“, schrieb Kehm. Die Familie – Schumacher hat mit Ehefrau Corinna eine Tochter und einen Sohn jeweils im Teenageralter – versuche, „alle Energien, die wir haben, Michael zukommen zu lassen. Wir alle glauben fest daran, dass dies Michael hilft und er auch diesen Kampf gewinnen wird.“ Wie lange dieser Kampf dauert, spiele keine Rolle.

dpa

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