Sommerwetter

Und es wird noch heißer!

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An Deutschlands Badeseen herrscht derzeit Hochbetrieb.

Hannover - Niedersachsen schwitzt und die Meteorologen erwarten weiterhin heißes Sommerwetter. Da es zunehmend schwül wird, steigt die Gefahr von Wärmegewittern. Besonders älteren Menschen kann das Wetter gesundheitlich zusetzen.

Deutschland steht vor dem bisher heißesten Wochenende des Sommers. Die Temperaturen können am Samstag im Südwesten bis auf 37 Grad klettern, wie Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Dienstag vorhersagte. "Dazu kommt Schwüle, das wird ein schweißtreibendes Wochenende." Am Sonntag muss mit Gewittern und Spitzenwerten von 35, 36 Grad gerechnet werden. Zunächst ziehen aber am Mittwoch eine Reihe von Gewittern durch den Westen Deutschlands. "Es bleibt aber heiß", sagte Anger. Die Temperaturen steigen verbreitet auf 28 bis 31 Grad. "Die Luft fühlt sich deutlich schwüler an als bisher." Am Freitag klettern die Temperaturen dann bereits verbreitet auf 29 bis 32 Grad, im Südwesten können sie auch schon 35 Grad erreichen.

Während Süddeutschland vor dem Hitze-Rekordwochenende dieses Sommers steht, schwächt sich in Niedersachsen die sehr trocken-heiße Phase der vergangenen Tage etwas ab. "Von Südwesten sickert jetzt nach und nach feuchtere Luft ein", sagte Robert Hausen vom Seewetteramt Hamburg am Dienstag. Die Temperaturen bleiben nach Einschätzung des Meteorologen aber auf hohem Niveau. "Das ist eigentlich ungewöhnlich, denn normalerweise enden solche Hitzeperioden mit starken Gewittern, und dann wird es erstmal wieder kühler." Diesmal hielten sich die Hitzewerte weiter oben, sagte Hausen. Allerdings könnten bereits am Mittwoch im Nordwesten wie etwa im Raum Oldenburg Wärmegewitter auftauchen.

Wohin die schwüle Luft aus Frankreich zieht, ist noch unklar. Tendenziell bewegen sich die Gewitter vom Emsland nordwärts. Mit knapp 25 Grad registrierte die Wetterwarte auf der Nordseeinsel Norderney am Montag den bisherigen Juli-Höchstwert, dazu sorgt derzeit eine leichte Brise mit drei bis vier Windstärken für etwas Abkühlung. Zum Wochenende erwartet Hausen Höchsttemperaturen um 32/33 Grad, in Nordsee-Nähe liegen sie bei 25 bis 27 Grad. Die Nächte bringen in den Städten mit Werten kaum unter 20 Grad nur wenig Abkühlung, an der Küste immerhin 17 Grad. Die anhaltend hohe Wärmebelastung könne auf Dauer bei älteren Menschen zu Problemen führen, sagte Hausen: "Das geht ja jetzt schon länger so mit der Hitze, und es gibt nicht mal zwei oder drei Tage zum Durchschnaufen und Durchlüften." Viel trinken und auf den Kreislauf achten könne helfen, riet der Meteorologe.

Hitze weicht Straßen auf

Die Hitze kann auch für den Verkehr in Niedersachsen und Bremen gefährlich werden. "Der Asphalt hochbelasteter Straßen weicht bei ungefähr 70 Grad auf", warnte Straßenexperte Peter Renken vom Braunschweiger Institut für Straßenwesen. Bei der prallen Sonne könne dies auch schon bei 60 Grad passieren, da sei man kurz davor. Schwere Laster verformen dann den weichen Untergrund und bilden gefährliche Spurrillen im Asphalt. "Wenn es dann regnet, droht Aquaplaning", sagte Renken. Nach Angaben des Automobilclubs ADAC besteht bereits ab 45 Grad auf dem Asphalt Rutschgefahr. Auf Betonstraßen können sich die Fahrbahnen zudem durch die extreme Hitze aufwölben und platzen. In sogenannten Blow-Ups drücken die sich ausdehnenden Betonplatten aufeinander und sprengen in den Fugen auf. "Für Motorradfahrer ist das ziemlich gefährlich", sagte Renken.

In Niedersachsen sei das Potenzial dafür reichlich vorhanden. "Wir haben eine ganze Menge Beton, zum Beispiel auf der A7." Die Straßenmeistereien müssten deshalb bei diesen Temperaturen noch regelmäßiger kontrollieren, forderte Wolfgang Müller vom ADAC in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. "Und Kraftfahrer müssen die Abstände vergrößern und die Geschwindigkeit reduzieren", sagte der Verkehrsexperte. "Unsere Straßenmeistereien sind ständig draußen und haben ein Auge drauf", versicherte hingegen Jens-Thilo Schulze von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Bisher sei die Hitze aber kein Problem für die niedersächsischen Straßen. Man müsse die weitere Entwicklung verfolgen und falls nötig aufgeweichte Straßen sperren.

dpa/frs

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