Bahn erhöht die Preise

Was wird teurer?

+
Zum Fahrplanwechsel werden die Tickets wieder teurer.

- Fahrplanwechsel bei der Bahn: Hannover und der Nordwesten rücken ab Sonntag dank schneller IC- und Expresszüge näher zusammen. Mehr Fahrten statt Sardinenbüchsen verspricht zudem die S-Bahn. Wermutstropfen: Die Tickets werden wieder teurer. Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Verbindungen werden verbessert?

Besonders profitiert der Nordwesten: Von Hannover nach Emden fährt künftig alle zwei Stunden ein Intercity. Statt bisher drei IC fahren neun IC der Linie Leipzig-Oldenburg weiter nach Emden oder auch Norddeich. Ab Bremen können alle Züge auch mit Nahverkehrskarten genutzt werden, alle IC halten künftig auch in Hude und Marienhafe.

Stündlich startet künftig in Bremerhaven ein bis zu 160 Stundenkilometer schneller Regionalexpress, der abwechselnd nach Osnabrück und Hannover fährt. Erstmals seit mehr als 20 Jahren erhält Bremerhaven damit wieder eine Direktverbindung nach Hannover. Zeit gewinnen die Fahrgäste dadurch indes nicht – die Fahrt dauert etwa genauso lange wie bisher.

Wieder per Fernzug erreichbar wird der linke Niederrhein: Von Aachen, Mönchengladbach und Krefeld fährt ein Intercity morgens über Hannover und Wolfsburg nach Berlin und nachmittags zurück. Für Wochenendpendler gibt es eine neue IC-Verbindung am Freitagnachmittag von Hamburg über Lüneburg und Uelzen nach Berlin und am Sonntag wieder zurück. Ebenfalls für den Wochenendverkehr legen künftig freitags und sonntags einige Intercity-Züge auf dem Weg zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet einen Stopp in Diepholz ein.

Was verbessert sich bei der S-Bahn Hannover?

Stets mehr Pendler nutzen im Großraum Hannover die S-Bahn - damit überfüllte Züge im Berufsverkehr der Vergangenheit angehören, fahren künftig mehrere Sprinterzüge morgens von Hameln mit Halt nur an den wichtigsten Stationen nach Hannover und nachmittags wieder zurück.

Spart die Bahn auch Züge ein?

Zu vorübergehenden Einschränkungen kommt es bis Mitte April im ICE-Verkehr zwischen Hannover und Bremen. Je zwei Fahrten je Richtung werden gestrichen, da die Bahn für mögliche Probleme während der Wintermonate Züge in Reserve halten möchte. Eigentlich schon lange bestellte neue Züge stehen noch immer nicht zur Verfügung.

Nach einem dreijährigen Test wieder eingestellt wird der Grenzland-Express von Bad Bentheim ins niederländische Hengelo. Zu wenige Reisende nutzen den Zug, weiterhin pendeln auf der Verbindung aber die zweistündlichen IC der Linie Berlin-Amsterdam.

Wie viel muss ich für die Fahrkarten zahlen?

Die Fahrkarten verteuern sich zum Fahrplanwechsel im Fernverkehr durchschnittlich um 2,5 Prozent, im Nahverkehr um 2,9 Prozent. Am 1. Januar steigen auch die Preise im niedersächsischen Bahnverkehr. Sie werden nach Angaben der Niedersachsentarif GmbH im Nahverkehr um durchschnittlich 1,25 Prozent angehoben. Eine Einzelfahrkarte für die Strecke Hannover–Hildesheim zum Beispiel soll von Januar an 8 Euro kosten – 2,6 Prozent mehr als bisher. Wer von Celle nach Hannover fährt, zahlt künftig 9,30 Euro. Dies sind 2,2 Prozent mehr als bisher.

Welche Ausnahmen gibt es?

Unverändert bleiben dagegen Sparpreise der Bahn sowie die Preise für Zeitkarten im Fernverkehr, die ermäßigte Bahncard für Jugendliche, Studenten und Senioren sowie die Bahncard 100. Keine Preisänderungen soll es auch auf der Verbindung von Köln oder Düsseldorf über Hannover nach Berlin geben.

Was passiert mit der Bahncard?

Die beliebte Bahncard 25, die den Normalpreis um ein Viertel reduziert, kostet nach dem Fahrplanwechsel 62 (bisher: 61) Euro pro Jahr für die zweite Klasse und 125 (bisher: 123) Euro in der ersten Klasse. Für die Bahncard 50, die einen Rabatt von 50 Prozent bringt, sind 6 Euro mehr zu zahlen: Der Preis steigt auf 255 Euro. Für die erste Klasse kostet die BC 50 künftig 515 Euro – ein Plus von 17 Euro. Die auf allen Strecken gültige Jahreskarte Bahncard 100, von der zurzeit rund 40 000 genutzt werden, wird nicht teurer.

Werden auch Pauschaltickets teuerer?

Im Nahverkehr reisen Kunden häufig mit Pauschaltickets günstiger. Für das „Schönes-Wochenende-Ticket“ verlangt die Bahn ab Mitte Dezember 44 Euro – 2 Euro mehr als derzeit. Der Grundpreis des „Quer-durchs-Land-Tickets“ bleibt gleich, der Aufschlag für jeden zusätzlichen Mitfahrer erhöht sich um 2 Euro auf 8 Euro. Ländertickets werden zum Teil um einen Euro teurer. Beim „Niedersachsen-Ticket“ gibt es keine Preiserhöhung.

Was ist mit Reservierungen und Aufschlägen?

Reservierungen kosten künftig 4,50 Euro und damit 50 Cent mehr als bisher. Begründung der Bahn: Sie will weniger „Luftbuchungen“ haben. Gerade Geschäftsreisende buchen gern für mehrere Züge hintereinander Plätze, weil sie nicht genau wissen, wann sie abfahren. Die Quote der Doppelbuchungen liegt bei mehr als 20 Prozent, so die Bahn.

Neu geregelt wird der Aufschlag für den Fahrkarten-Kauf in Fernzügen: Bislang waren – abhängig vom Fahrkartenpreis – 5 bis 10 Euro fällig. In Zukunft sind es einheitlich 7,50 Euro.

Von Thomas Wüpper (mit: dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare