Mord im Kreis Celle

Wohl kein neues Verfahren im Fall Frederike

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Der hannoversche Anwalt Matthias Waldraff.

Hannover - Trotz neuer Spuren im Fall der 1981 bei Hambühren ermordeten 17-jährigen Frederike wird es womöglich kein neues Gerichtsverfahren geben. Im Namen seines Mandanten, der der Tat verdächtig ist, macht der hannoversche Anwalt Matthias Waldraff Verjährung geltend.

Im Fall der 1981 bei Hambühren im Kreis Celle ermordeten Frederike wird es voraussichtlich kein neues Gerichtsverfahren geben. Der hannoversche Anwalt Matthias Waldraff hat im Namen seines Mandanten eine sogenannte Einrede auf Verjährung eingelegt. Nun muss das Landgericht Lüneburg entscheiden, ob es die Zivilklage des Vaters des ermordeten Mädchens wegen der Verjährung abweist. „Ich gehe stark davon aus“, sagte Waldraff.

Die damals 17-jährige Frederike war 1981 vergewaltigt und getötet worden. Ein heute 56-Jähriger wurde 1982 zunächst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, dann aber 1983 vom Bundesgerichtshof freigesprochen. Im Jahr 2012 ausgewertete DNA-Spuren ließen die Ermittler in dem Fall dann aber zu der Überzeugung gelangen, dass der ursprünglich Verdächtige mit hoher Wahrscheinlichkeit der Täter ist.

Eine Wiederaufnahme des Verfahrens ist nach deutschem Recht aber so gut wie unmöglich, weil einer freigesprochenen Person in derselben Sache nicht zweimal der Prozess gemacht werden darf. Deswegen strebt der Vater des Mädchens nun eine Zivilklage an. Doch zivilrechtliche Ansprüche verjähren nach 30 Jahren. Laut dem klagenden Vater und dessen Anwalt könnte sich der Beklagte darauf berufen, müsste aber mit dem Vorwurf der Vergewaltigung und des Mordes leben. Oder, so die vage Hoffnung der Kläger, er lässt die Vorwürfe in einem neuen Verfahren prüfen.

Dazu wird es wohl aber nicht kommen. Es stehe fest, „dass der Beklagte mit Urteil vom 13. Mai 1983 freigesprochen wurde“, sagte Waldraff. Dieser Freispruch habe bis zum heutigen Tag Gültigkeit. Er sei mit all seinen Emotionen bei dem verzweifelten Vater des Mädchens, sagte Waldraff. „Aber eine DNA-Analyse ist immer nur ein Verdacht.“ Sein Mandant sei wegen des großen Medieninteresses bis auf Weiteres an einem sicheren Ort einquartiert.

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