Genanalyse soll Klarheit bringen

Hat der Wolf ein Fohlen gerissen?

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Der Wolf wird verdächtigt, ein Fohlen getötet zu haben.

Bispingen - Ein Fohlen ist getötet und fast vollständig aufgefressen worden. Unter Tatverdacht:Der Wolf. Sollten Genanalysen Gewissheit bringen, so dürfte das der bundesweit erste Fall sein, in dem Wölfe ein Pferd gerissen haben.

Wölfe haben möglicherweise bei Bispingen im Heidekreis ein Fohlen gerissenen. Der Besitzer hatte die Überreste des wenige Stunden zuvor geborenen Islandpferds am Montagmorgen auf der Weide entdeckt, wie Medien am Mittwoch berichteten. Noch stehe eine DNA-Analyse durch den dafür zuständigen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz aus, betonte eine Sprecherin. "Unseres Wissens nach wäre das der erste Fall dieser Art in Niedersachsen."

Nicht einmal Hufe und Knochen seien übriggeblieben

Dem Deutschen Jagdverband sei sogar bundesweit kein vergleichbarer Fall bekannt, sagte ein Sprecher in Berlin. Auch dem Kontaktbüro "Wolfsregion Lausitz" ist kein Fall bekannt, wo ein Wolf ein Pferd oder Fohlen getötet hat. "Von dem Fohlen sind nur noch der Kopf und ein Teil der Wirbelsäule übriggeblieben", sagte Götz George, Besitzer des betroffenen Gestüts. Nicht einmal Hufe und Knochen seien übriggeblieben.

"Zwei Wolfsberater und der Amtstierarzt waren da - sie können einen anderen Verursacher als den Wolf nahezu ausschließen", berichtete George. "Auch wildernde Hunde würden es nicht schaffen in einer Nacht bis zu 25 Kilogramm Fleisch zu fressen." "Die artgerechte Haltung für Islandpferde ist die auf der Weide, da muss sich etwas tun", forderte George. Mittel für Schutzzäune bekämen Pferdehalter nicht. "Bislang hieß es, dass Pferde nicht betroffen seien." Auch eine andere Vorsorgemaßnahme habe versagt: "Wir hatten extra zwei Esel gekauft, denen man eine Herdenschutzfunktion nachgesagt hat - auch das hat nichts gebracht", so George. In Niedersachsen sind nach Angaben der Landesjägerschaft rund 50 Wölfe unterwegs. Mehrfach waren auch bei Bispingen Tiere gesichtet worden. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums in Hannover sagte, werde der Halter des Fohlens entschädigt, wenn es sich um eine Wolfsattacke handeln sollte.

dpa

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