Unwetterwarnung aufgehoben

„Xaver“ zieht ab – und hinterlässt Spuren

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Hamburg - Orkan „Xaver“ zieht weiter nach Russland und die Lage in Norddeutschland hat sich weitgehend normalisiert. Während die Fähren zu den Inseln wieder fahren, kann es jedoch auf einigen Bahnstrecken noch zu Behinderungen kommen. Die Sturmflutwarnung an der Küste wurde bereits am Freitagabend aufgehoben.

Am Tag nach Orkan "Xaver" hat sich die Lage in Norddeutschland bereits wieder normalisiert. Am Samstag liefen die ersten Fähren zu den ost- und nordfriesischen Inseln und Helgoland weitgehend planmäßig aus. Dies teilten alle Reeder auf ihren Internetseiten mit. Auch bei der Bahn ist die Situation entspannt, jedoch kann es in Einzelfällen noch zu Verspätungen kommen, betonte eine Sprecherin.

Erstmals nach "Xaver" wird auch die Nordseeinsel Helgoland wieder angesteuert. "Es ist zwar mit rund drei Metern noch eine signifikante Wellenhöhe vorhanden, aber das ist für das Schiff kein Problem", sagte Peter Eesmann, Geschäftsführer der Cuxhavener Reederei Cassen Eils der dpa. Seit der letzten Fahrt vor der Ankunft von Orkan "Xaver" müssten viele Versorgungsgüter wie Lebensmittel und Post sowie Touristen auf die Insel gebracht werden. Tendenziell gingen die Wellenhöhen aber zurück. "Alles ist im grünen Bereich", betonte er.

Indes nutzten viele Touristen, die in den vergangenen Tagen auf den Nordseeinseln festgesessen hatten, die ersten Fähren zur Rückkehr aufs Festland. Dies führte etwa bei der Inselfähre von Norderney nach Norddeich zu hohen Passagierzahlen. Viele Urlauber waren erleichtert über eine Rückfahrt bei moderatem Seegang. Auf den Inseln begannen am Samstag bereits die Aufräumarbeiten. Auf Juist, Norderney, Spiekeroog und Wangerooge habe es erhebliche Dünenabbrüche gegeben, sagte Achim Stolz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Abschließend könne aber erst in einen Tagen gesagt werden, wie hoch die Schäden seien. Es zeichne sich aber ab, dass es auf dem Festland kaum zu Schäden gekommen sei.

Auch auf den niedersächsischen Schienen gab es am Samstag keine neuen Beeinträchtigungen. "Der Verkehr normalisiert sich", sagte eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage der dpa. Insbesondere die Verbindungen von Süden nach Norden seien bereits "relativ planmäßig" unterwegs. In der Gegenrichtung könne es jedoch noch in Einzelfällen zu Verzögerungen und Verspätungen kommen, da die Züge noch nicht an allen Abfahrtsorten zur Verfügung stünden. Auf den Inseln, an der Küste und im Harz sorgten die letzten Ausläufer von "Xaver" indes noch vereinzelt für Sturmböen. Größere Schäden waren zunächst aber nicht bekannt. Im Harz waren am Samstagmorgen laut einem Polizeisprecher alle Straßen "gut befahrbar". Trotz der für die Jahreszeit normalen Straßenglätte sei bei den wenigen Unfällen nichts Besonderes geschehen.

Auch in anderen Landesteilen war es in der Nacht zum Samstag wiederholt zu Unfällen wegen Glatteis gekommen. "Die Lage ist ruhig", hieß es. Schneehöhen von bis zu 30 Zentimetern lockten am Samstag aber viele begeisterte Wintersportler in den Harz. Auch der Deutsche Wetterdienst in Offenbach gab Entwarnung: Vereinzelt kann es in den kommenden Tagen noch starke Windböen geben, aber mit Stürmen und Unwettern sei nicht mehr zu rechnen. "Bis Wochenbeginn wird sich das Wetter in ganz Deutschland beruhigen", sagte eine DWD-Meteorologin. "Es bleibt aber zunächst regnerisch und windig - vor allem in der Mitte und im Norden des Landes." Die Warnung vor einer Sturmflut an der Nordseeküste wurde bereits am Freitagabend aufgehoben.

dpa

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